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| In den oberen Etagen der Moskauer Lomonossow-Uni schwankte es beim Beben 1986 bedenklich (Foto: Djatschkow/.rufo) | |
Mittwoch, 22.09.2004
Ist Moskau erdbebensicher?
Moskau. Das Erdbeben am Dienstag in Kaliningrad stieß in den russischen Massenmedien nur auf geringe Resonanz. Doch wenn schon in der scheinbar erdbebensicheren Zone an der Ostseeküste die Erde schwankt, dann stellt sich auch die Frage: Wie erdbebensicher ist eigentlich Moskau? russland-aktuell hat in einer Chronik die Beben erfasst, die die russische Hauptstadt erschütterten:
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1. Oktober 1445 – in den Chroniken wird erstmals über
Erdbeben und Staubstürme berichtet.
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Am 29. August 1471 gab es ein weiteres Erdbeben.
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20. Mai 1474 – Während eines Erdbebens wurde die noch nicht fertig gebaute Mariahimmelfahrt-Kathedrale im Moskauer Kreml völlig zerstört.
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1802 – zwei Stöße, die vom Historiker Nikolai Karamsin beschrieben wurden. Der kleine Alexander Puschkin spürte sie, als er mit seiner Amme im Jusupowski-Garten spazieren ging.
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Zu zwei weiteren Erdbeben kam es in den Jahren 1838 und 1940.
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Am 4. Mai 1977 ereignete sich ein Erdbeben in den rumänischen Karpaten (Stärke 9 auf der Richter-Skala). Dabei kamen 1.400 Menschen ums Leben. Das Erdbeben war in Moskau mit einer Stärke von 7,2 Punkten auf der Richter-Skala zu spüren. Verletzte gab es nach offiziellen Angaben nicht, lediglich das Geschirr in den Küchenschränken zerbrach.
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Besonders fühlbar war das Beben für die Bewohner der Hochhäuser. Die oberen Etagen der Moskauer Universität auf den Spatzenbergen schaukelten mit einer Amplitude von zwei Metern.
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Die Karpaten gehören zu einer ständig seismisch aktiven Regionen. Zwei oder drei Mal im Jahrhundert bebt es so stark, dass die Wellen sich über das gesamte osteuropäischen Flachland erstrecken. Das bedeutet, dass im 21. Jahrhundert mehre Erdbeben dort (und als Folge auch in Moskau) zu erwarten sind. Aber die Stärke in Moskau soll nicht höher als vier - fünf Punkte sein.
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Nach dem Erdbeben 1986 gab es am 8. Juni 1990 noch ein lokales Erdbeben an der Chaussee der Enthusiasten im Osten Moskaus.
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Das (vorläufig) letzte Erdbeben erschütterte die russische Hauptstadt am 6. Dezember 2000. Die Stärke war damals drei bis vier Punkte. Es war wiederum ein Echo eines Erdbebens aus Turkmenistan. Die Forscher prognostizieren, dass wegen der zahlreichen techogenischen Veränderungen die Stärke der Erdbeben in Moskau bis auf sechs Punkte steigen könne.
Die Erdbebengefahr bedroht auch das Lieblingsprojekt des Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow, Moskau-City. Es gibt die Vermutung, dass der Wolkenkratzer-Bezirk, der in den Planungen bis zu 600 m hoch werden soll, in einer erdbebengefährdeten Zone gebaut wird.
Sollte eine genaue Expertise den Verdacht bestätigen, will die Baubehörde den Bau stoppen lassen.
(wm/.rufo)
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