Abgesperrt und menschenleer: Der Rote Platz am "Tag der Einheit des Volkes" (Foto: Gleissner/.rufo)
Mittwoch, 05.11.2008
Keine Feier in Moskau - Moskauer suchten vergebens
Moskau. Festtagsstimmung in Moskau - zahlreiche Menschen wollten den "Tag der Einheit des Volkes" unter freiem Himmel und gemeinsam feiern. Aber an öffentlichen Veranstaltungen wurde nichts geboten.
Leider hielt der Feiertag nicht, was der erfreuliche Auftakt am Vortag mit dem Folklorekonzert „Lebendige Tradition“ im Saal der Christ-Erlöser-Kathedrale versprochen hatte.
Der Rote Platz war abgesperrt
Viele tausend Menschen waren voller Erwartungen zum Roten Platz gekommen, dieser wurde aber von der Miliz abgeriegelt: „Der Platz ist zurzeit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, die Staatsführung legt ihre Kränze nieder“. Dieses war um 12:15.
Ein erneuter Besuch um 16:15 Uhr ergab das gleiche Bild – der Rote Platz war immer noch abgesperrt.
Viele Menschen bekundeten ihre Verbundenheit mit diesem Feiertag indem sie ihre Glückwünsche zum Feiertag auf Zettel schrieben und an einen „Baum der Glückwünsche“ vor dem Roten Platz hefteten. Gerne hätten alle auch auf dem Roten Platz gefeiert, vergebens suchten sie aber den Zugang.
Leere Bühne auf der offiziellen Festveranstaltung im Gorki-Park (Foto: Gleissner/.rufo)
Festveranstaltung im Gorki Park war nicht bekannt
Auch die von der Stadtverwaltung angekündigte größte Festveranstaltung Moskaus im Gorki Park erwies sich als Flopp. Auf der Festbühne bemühten sich die Künstler vergebens, die rund 20 Zuhörer in Stimmung zu versetzen. Es waren ja auch keine Ankündigungen für diese Veranstaltung im Vorfeld zu lesen gewesen, sagten enttäuschte Besucher.
Rechte Gruppen nutzten den Tag für ihren Auftritt
Statt friedlicher Volksfeste zogen wieder einmal rechte Gruppen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie hielten mehrere nicht genehmigte nationalistische Demonstrationen ab. Am genehmigten „Russischen Marsch“ gegen illegale Einwanderung, der von rechtsgerichteten Organisationen veranstaltet wurde, nahmen rund 1.500 Menschen teil.
Folklore-Festival in der Erlöserkathedrale - Die Gruppen wurden von 700 begeisterten Zuschauern gefeiert (Foto: Gleissner/.rufo)
Folklorefest war das einigste stimmungsvolle High Light
Als Fazit bleibt: das Folklorekonzert in der Erlöserkathedrale vom Vortag war das erfreulichste, anspruch- und stimmungsvollste Ereignis zum Feiertag. Rund 700 Zuschauer aller Altersklassen wurden von Folkloreensemblen aus allen Regionen des Landes, aus der Ukraine und aus Lettland unterhalten. Applaus begleitete die Künstler fast 3 Stunden lang.
Die einzelnen Gruppen aus Moskau, St. Petersburg, Brjansk, Woronisch, Kaluga, Twer, Nischni Nowgorod, Orenburg, Saratow, Riga, Wologda, Tomsk,
Wolgograd, Krasnodar, traten in ihren typischen nationalen Trachten auf und ihr Markenzeichen waren die eigenen Kompositionen, zu denen sich die gut geschulten Sänger von der heimatlichen Folklore inspirieren ließen.
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