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| Arbeiter und Kolchosbäuerin | |
Dienstag, 07.10.2003
Kopflose Kolchosbäuerin
Moskau. Eines der Wahrzeichen Moskaus hat den Kopf verloren. Am Gelände der einstigen „Ausstellung der volkswirtschaftlichen Errungenschaften“ begann am Montag die Demontage der bekannten Skulptur „Arbeiter und Kolchosbäuerin“. Bauarbeiter haben die Kolchosbäuerin und ihren proletarischen Mitstreiter – ehemals ein Symbol des unaufhaltsam voran schreitenden Kommunismus‘ – enthauptet.
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Bis Ende Oktober soll die Zerlegung abgeschlossen sein, sagte der Bildhauer Wadim Zerkownikow, der die bevorstehende Restaurierung leitet. An der Stelle des Denkmals entsteht in der Zwischenzeit – ausgerechnet – ein neues Einkaufszentrum.
Das 24 Meter hohe und 75 Tonnen schwere Denkmal hatte der Architekt Boris Jofan nach dem griechischen Vorbild der Nike von Samothrake entworfen. Anlässlich der Pariser Weltausstellung 1937 führte die Bildhauerin Vera Muchina das monumentale Werk als „Symbol der befreiten Arbeit“ aus. Auf der Weltausstellung stand die Skulptur vor dem sowjetischen Pavillion - direkt gegenüber des deutschen Ausstellungsgebäude, von dem sich der bronzene Reichsadler drohend in Richtung des kommunistische Pärchens erhob: Eine symbolische Konfrontation der beiden totalitären Diktaturen.
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Jetzt wird das Monument erstmals seit der Verlegung von Paris nach Moskau wieder auseinander genommen. Da die Originalpläne der Bildhauerin Muchina verschwunden sind, mussten neue Arbeitsanweisungen erstellt werden, um das gigantische Werk in seine Einzelteile zu zerlegen. Nach der Restaurierung sollen „Arbeiter und Kolchosbäuerin“ Ende 2005 auf dem Dach des neuen Einkaufszentrums wieder zusammengesetzt werden. So könnte der Kommunismus letztendlich doch noch – zumindest symbolisch – über den Kapitalismus obsiegen.
(sp/rufo)
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