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| Definitiv kein Schmuckstück - und ein Ärgernis für Freunde des alten Moskaus: Der FSO-Zaun in Kitaigorod (Foto: archnadzor,ru) | |
Donnerstag, 27.10.2011
Kreml errichtet „Chinesische Mauer“ in Moskau
Moskau. Die Kreml-Verwaltung igelt sich ein: Im Stadtteil Kitai-Gorod wird ein Metallzaun um ihren Gebäudekomplex gezogen. Die Begründungen dafür sind ziemlich widersprüchlich. Stadtbild-Schützer schlagen Alarm.
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Die Medien haben den schmucklosen Blechzaun schon „Großen Chinesischen Zaun“ getauft – schließlich befindet er sich im uralten Stadtteil Kitai-Gorod (was heute wie „China-Stadt“ klingt, auch wenn der Name eine andere historische Herkunft hat). Er umschließt großräumig die dortigen Gebäude der Präsidentenverwaltung – und das sind nicht wenige.
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Eine "Verbotene Stadt" in Moskaus "China town"? Die Denkmalschutz-Initiative „Archnadsor“ beklagt, dass in der Stadtmitte damit ein Sperrgebiet entsteht, das komplett die Nikitnikow- und die Ipatjewski-Gasse abriegelt. Im Innern befindet sich mit der Dreifaltigskeitskirche auch noch ein Baudenkmal aus dem 17. Jahrhundert.
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Die Behörden versichern zwar, dass Gläubige wie Architekturinteressierte weiterhin Zugang zu dem Areal und besonders den beiden dortigen Kirchen haben werden – aber schon darüber, wie dies geregelt sein wird gehen die Angaben und Spekulationen genauso auseinander wie die Begründungen, warum überhaupt inmitten von Moskau jetzt eine derartige „Verbotene Stadt“ eingerichtet wird.
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Einigermaßen übereinstimmend sind die Angaben nur dahingehend, dass es sich um eine vorübergehende Maßnahme handelt – aber auch die kann einige Jahre dauern.
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Medwedews Beamte werden vorübergehend ausquartiert In der Präsidentenadministration wurde die Abriegelung mit Bauarbeiten begründet - aber nicht innerhalb des wie ein Bauzaun aussehenden neuen Bollwerks, sondern im Kreml: Dort wird das Gebäude Nr. 14, eines der wichtigsten Amtsgebäude der Präsidentenverwaltung generalsaniert. Und die Beamten werden solange in die Amtsgebäude in Kitai-gorod umziehen.
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„Dorthin zieht eine riesige Anzahl von Leuten, die mit hochgeheimen Dokumenten arbeitet und deshalb darf dort nicht gerade ein Durchgangshof sein. Es beschwert sich doch auch niemand, dass es ziemlich schwierig ist, in den Kreml zu gelangen“, erklärte heute Michail Schwydkoi, der Präsidentenvertreter für internationale Zusammenarbeit.
Der Zaun bleibt zwei bis drei Jahre Nach Beendigung der Bauarbeiten soll das Sperrgebiet hinter dem Standort des ehemaligen Hotels Rossija wieder aufgehoben werden – wobei Schwydkoj nicht sagte, wie lange diese dauern werden. Viktor Chrekow, der Pressesprecher der Kreml-Verwaltung, sprach gestern von zwei bis drei Jahren Bauzeit.
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„Offenbar haben sich die Beamten daran gewöhnt, hinter einer Mauer zu arbeiten – und als sie jetzt merkten, dass es dort keine Mauer gibt, fühlen sie sich ungemütlich und unsicher“, kommentierte dies Natalija Samower von Archnadsor.
Die Stadtschützer befürchten ein „Absterben von Kitaigorod“ und haben an Präsident Medwedew appelliert, die Absperrung wieder rückgängig zu machen. Die Einrichtung einer "Verbotenen Stadt" innerhalb einer europäischen Hauptstadt des 21. Jahrhunderts sei ein Unding.
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Initiator ist die Kreml-Wache FSO Grundsätzlich schiebt die Kreml-Administration die Verantwortung für die Idee des Zaunbaus dem einflussreichen föderalen Wachdienst FSO zu, der für die Sicherheit der Staatsspitze zuständig ist. Zu den Beamten, die wegen der Sanierung umziehen mussten, gehört aber auch die FSO-Spitze.
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Der FSO beteuert seinerseits, dass das Areal mit dem Zaun nicht abgeriegelt, sondern nur besser kontrolliert werden soll: Auf der Nord- und Südseite werde es Durchgänge mit Metalldetektoren geben, eine Beschränkung des freien Zugangs sei ansonsten nicht geplant.
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„Ich glaube nicht, dass dieses zusätzliche Element der technischen Kontrolle die Bürger irgendwie stört. Beschränkungen für Gläubige oder Touristen, die die Kirchen besuchen wollen, wird es nicht geben - genauso wenig wie irgendwelche Eintrittskarten“, so Sergej Dewjatow vom FSO: „Es wird hier keine neue Zone mit erhöhtem Sicherheitsregime geschaffen.“
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Wall von Kitaigorod wird nachgezogen Der Geschichtsprofessor im Dienste der Kreml-Wache präsentierte allerdings auch noch eine völlig andere Begründung, warum jetzt dieser Zaun errichtet wurde: Es handele sich in gewisser Weise wirklich um einen Bauzaun, da man beschlossen habe, die alte Stadtmauer von Kitai-gorod in angemessener Weise wieder zu errichten.
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Dieses Bollwerk sei im Prinzip nur noch in Form eines Erdwalls erhalten, der sich am Alten Platz (Staraja Ploschtschad) entlang ziehe. Eine Wiederherstellung in Form einer Steinmauer wäre „ein offensichtlicher Neuaufguß“, weshalb man beschlossen habe, das Areal mit „einem leichten geflochtenen Metallzaun im Stil der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts“ einzufassen.
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Ein neuer Zaun soll folgen, nur schöner Ein solcher Zaun von 1849 sei beispielsweise heute noch im Kreml zwischen Rüstkammer und Großem Kreml-Palast zu sehen. Stilistisch soll der neue Zaun dem Altbaubestand des Alten Platzes entsprechen.
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Der Entschluss zur Errichtung dieses Zaunes sei schon lange vor dem Umzug der Kreml-Verwaltung gefallen, so Dewjatow – und dessen Umsetzung brauche jetzt eben auch einige Zeit.
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Gut möglich also, dass nach Rückkehr der Kreml-Beamten hinter ihre gewohnten roten Mauern die Verwaltungs-Dependance am Alten Platz dennoch eingezäunt bleibt – nur eben nicht billig blechern, sondern mit Gusseisen.
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Vielleicht gelingt es der Präsidenten-Security bis dahin ja auch, Metalldetektoren im Stil des 19. Jahrhunderts designen zu lassen.
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