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| Am 1. Mai machen viele Russen aus ihrer politischen Gesinnung kein Geheimnis (Foto: Swetlitzki/.rufo) | |
Donnerstag, 30.04.2009
Krisen-Frühling: Am 1. Mai wird fleißig demonstriert
Moskau. 70.000 Demonstranten werden am Tag der Arbeit in Moskau auf den Beinen sein. Und 5.000 Polizisten, die sie auseinanderhalten: Kreml-Freunde und -Gegner, Linke wie Rechte versammeln sich an 32 Orten.
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Autofahrer, aber auch einfache Spaziergänger müssen sich am morgigen Freitag in Moskau auf Sperrungen und Umleitungen gefasst machen: Fast alle politischen Kräfte Russlands nutzen den Feiertag, um Frühlingsgefühle, Krisenstimmung und ihr Verhältnis zur Staatsmacht zum Ausdruck zu bringen.
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25.000 Putin-Freunde auf der Twerskaja Die größte Demo organisiert wie üblich am Vormittag die „Föderation der unabhängigen Gewerkschaften“, die trotz ihres Namens auf Kreml-Linie liegt – weshalb sie auch gemeinsam mit dessen Hauspartei „Einiges Russland“ über die zentrale Twerskaja Uliza zum Twerskaja Ploschtschad zieht. Angemeldet wurde hierfür eine Teilnehmerzahl von 25.000 Menschen.
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Über den Boulevard-Ring zum Puschkin-Platz ziehen unterdessen auch 5.500 Anhänger der Links-Partei aus dem Kreml-Fundus, dem „Gerechten Russland“.
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Kreml-Kritiker dürfen demonstrieren Die einzige Oppositionspartei, der ebenfalls ein Demonstrationszug und nicht nur eine Kundgebung genehmigt wurde, sind die Kommunisten: Die Träger roter Fahnen ziehen mit voraussichtlich 10.000 Anhängern vom Kaluschskaja-Platz zum Teatralnaja Proesd beim Bolschoj Theater.
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Die kleine westlich orientierte Oppositionspartei „Jabloko“ versammelt ihre Unterstützer sowie Freunde zweier Autofahrer-Organisationen auf dem Bolotnaja-Platz. Der gleiche Platz wurde von der Stadtverwaltung auch den Kreml-Kritikern der Bewegung „Solidarnost“ zugewiesen – obwohl diese wohlweislich gleich 13 mögliche Marschrouten beantragt hatte.
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Verboten: Nationalisten wollten sich selbst verprügeln Die nationalistischen Organisationen DPNI und „Slawische Union“ wurden hingegen auf den kleinen Krasnopresnenskaja-Platz geschickt. Ursprünglich wollten sie auf dem Ausstellungsgelände WWZ Demonstrationen im Faust- und Messerkampf sowie nach guter alter russischer Tradition eine Massenschlägerei „Wand gegen Wand“ mit 3.000 Beteiligten inszenieren. Angesichts dieser Pläne wurde dieses Territorium dann jedoch eilig einer als Kreml-nah geltenden und bislang nicht öffentlich in Erscheinung getretenen Nationalisten-Organisation namens „Russki Obras“ zugeteilt.
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Die Moskauer Miliz will sich bemühen, die Anhänger der diversen Kräfte und Gruppen auseinander zuhalten. Außerdem verfüge man über Informationen, dass Extremisten-Gruppen Provokationen gegen die eine oder andere Massenveranstaltung planten.
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Petersburg: Linke und Rechte müssen zusammen demonstrieren In St. Petersburg haben die Behörden hingegen einen anderen Ansatz gewählt, um ihnen unzuverlässig erscheinende politische Elemente unter Kontrolle zu halten – respektive dafür zu sorgen, dass diese sich gegenseitig, aber nicht die staatstreuen Demonstranten stören: Kommunisten, Antifaschisten und Nationalisten erhielten für ihre Kundgebungen alle den Isaak-Platz zugeteilt.
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Den Anmarsch dorthin sollen sie in einer gemeinsamen Marschkolonne über den Newski Prospekt erledigen – sorgsam getrennt durch ein angemessen starkes Aufgebot an OMON-Truppen. Wenn das mal gut geht …
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