Schön billig waren die Lebensmittel immer auf dem Chinesenmarkt in Moskau ... (Foto: Mrozek/.rufo)
Freitag, 21.08.2009
Lebenshaltungskosten: Moskau wird immer billiger
Moskau. Dank der globalen Krise wird das Leben in Moskau zumindest statistisch immer billiger. In der Rangliste teurer Städte ist Moskau auf Platz 56 abgefallen. Essen ist in Moskau billig, Kleidung teuer - sagt die Schweizer Bank UBS.
Wer besonders billig leben will, sollte in Moskau ausharren - oder gleich nach Kuala-Lumpur, Manila, Dehli oder Mumbai (Bombay) umziehen. Diese Städte belegen zumindest die billigsten Plätze unter 73 Städten weltweit, die von dem Schweizer Bankhaus untersucht wurden.
UBS führt vergleichende Untersuchungen der Lebenshaltungskosten in den wichtigsten Wirtschaftszentren der Welt seit 1971 durch. Moskau rangierte dabei in den neunziger Jahren immer auf den allervordersten Plätzen.
In 2008 gaben die schweizer Bankiers Moskau noch den Platz 38, in 2009 ist Moskau schon bei 56 angekommen - insbesondere wegen billiger Lebensmittel. Wären Kleidung und andere importierte Konsumgüter nicht unverhältnismässig teuer, könnte sich Moskau schon mit Mumbai messen.
Die Schweizer vergleichen 122 Positionen der Lebenshaltungskosten, stellen dem aber auch die Einkommensverhältnisse gegenüber. Es wundert kaum, dass natürlich Zürch die absolute Spitze bei den Einkommen erreicht - schliesslich liegt ja auch dank aktiven Marketings der schweizer Banken das meiste russische Kapital vermutlich in Zürich.
Durchschnitts-Einkommen in Osteuropa betragen ein Drittel der weteuropäischen
Besonders gut verdient wird im Durchschnitt ausser in Zürich auch in Kopenhagen, Genf, New-York, Oslo, Los Angeles, München, Luxemburg und Frankfurt. Am meisten fürs Leben ausgeben muss man in den fünf teuersten Orte der Welt: Oslo, Kopenhagen, Zürich, Genf, Tokio und New York.
Ein Durchschnitts-Moskauer verdient aber netto immerhin schon 30,9 Prozent von dem, was ein New-Yorker einnimmt. Moskau liegt demnach bei den durchschnittlichen Netto-Einkommen auf Platz 41 weltweit. Im vergangenen Jahr war Moskau noch auf Platz 48. Als allgemeine Regel gilt, dass die Verdienste in Osteuropa nur ein Drittel von dem betragen, was in Westeuropa üblich ist.
BigMac-Index: Man kann gar nicht soviel essen, wie man arbeitet
Würde ein Moskauer sich von Fast-Food ernähren, so müsste er für einen BigMac dennoch nur 21 Minuten lang arbeiten, während ein Brüsseler dafür immerhin 19 Minuten lang am Schreibtisch sitzen muss. In dieser Beziehung lebt es sich in Djakarta am schlechtesten, denn ein BigMac kostet dort (laut UBS) 136 Arbeitsminuten.
Für eine "normale" Ernährung, bestehend aus 39 verschiedenen Positionen, muss der Moskauer pro Monat umgerechnet 292 US-Dollar ausgeben, während der Tokioer 710 Dollar los wird. Der weltweite Durchschnitt für einen monatlichen Lebensmittelkorb liegt bei 385 Dollar.
Den Moskauer könnte es also relativ gut gehen, wenn sie sich nicht auch noch bekleiden müssten. Abgesehen davon, dass der Moskauer Winter höhere Anforderungen an die Kleidung stellt, als Kuala-Lumpur, muss eine Moskauerin für ihre meist importierte Garderobe nicht 120 Dollar ausgeben, wie im Weltdurchschnitt, sondern 420. Die männlichen Standard-Textilien kosten in Moskau (laut UBS) 640 statt der global üblichen 205 Dollar.
Trost und Optimismus
Aber es gibt einen Trost und doch Grund für Optimismus, auch wenn die Konzernzentrale in Deutschland die falschen Schlussfolgerungen aus der UBS-Untersuchung ziehen sollte:
Das Leben in Moskau wird jedenfalls in der Perspektive immer billiger und angenehmer. Die Krise senkt die Kosten, dank Klimawandel wird es wärmer und es kann an Kleidung gespart werden.
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