Montag, 16.02.2015

Lenin-Mausoleum in Moskau für zwei Monate geschlossen

Der ewige Revolutionsführer: Seit über 90 Jahren liegt der Leichnam Lenins ausgestellt in Moskau (Foto: Archiv)
Moskau. Das Lenin-Mausoleum am Roten Platz ist die kommenden zwei Monate lang für Besucher geschlossen. In der Zeit wird der einbalsamierte Leichnam des sowjetischen Revolutionsführers wieder aufgefrischt.
Alle zwei Jahre werden planmäßige „Prophylaxe-Arbeiten“ an Lenin durchgeführt. Verantwortlich dafür sind Spezialisten des „Allrussischen Instituts für Heil- und Aromapflanzen“. Neben biochemischen Arbeiten an der Mumie, bekommt Lenin auch einen neuen Anzug. Darüber hinaus wird die im Mausoleum installierte Apparatur getestet, damit u.a. eine gleichbleibende Temperatur und Luftfeuchtigkeit gewährleistet ist.

Nach Angaben des Kreml-Wachdienstes FSO wird das Mausoleum am 16. April wieder seine Pforten öffnen. Die Öffnungszeiten – täglich zwischen 10 bis 13 Uhr, außer Montag und Freitag – sollen sich derzeitigen Plänen nach nicht ändern.

Zentraler Platz während Militärparade gefordert


Unklar ist noch, wie das Lenin-Mausoleum während der 70-Jahrfeier des sowjetischen Sieges im Zweiten Weltkrieg genutzt wird. War es zu Sowjetzeiten Tribüne der Staats- und Parteichefs, so wurde es in den letzten Jahren verdeckt. Die Gäste der Militärparade wurden auf einer separat aufgebauten Bühne platziert.

KP-Chef Gennadi Sjuganow hat sich über die Praxis, das Mausoleum „verschämt zu verstecken“, jüngst in einem offenen Brief echauffiert. „Am 70. Jahrestag des Großen Siegs darf sich das nicht wiederholen, wurden doch die Standarten der zerschlagenen Heerscharen Hitlers eben dem Mausoleum zu Füßen geworfen. Seine Verdeckung ist eine offene Beleidigung für alle Kriegsveteranen“, schrieb Sjuganow.

In Russland gibt es aber auch zunehmend Befürworter einer Umbettung Lenins. Schon vor Jahren hat sich die einflussreiche russisch-orthodoxe Kirche dafür stark gemacht. Auch in der Kremlpartei „Einiges Russland“ werden die Stimmen lauter, Lenin zu beerdigen.