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Russland-Aktuell
Die Netzeitung von .RUFO
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| Mittwoch, 10.03.2010 | |||
Medwedew fordert Aufklärung über skandalösen VIP-Unfall |
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Der Unfall ereignete sich vor zwei Wochen auf der Moskauer Ausfallstraße Leninski Prospekt unweit des Gagarin-Platzes. Ein Mercedes und ein Citroen stießen frontal zusammen. Die beiden Insassen des Citroen, zwei Ärztinnen, starben an den Unfallfolgen.Russlands VIPs sind weich gepolstertIn der Mercedes-Limousine wurde der Vizechef des Ölkonzerns Lukoil, Anatoli Barkow, leicht verletzt. Er ist inzwischen aber wieder aus der Klinik entlassen worden. Der Unfall wirft jede Menge Fragen auf. Die Verkehrspolizei hat pauschal die beiden toten Frauen für schuldig erklärt. Diese wären auf der Gegenfahrbahn unterwegs gewesen, als es zum Unfall kam, so die Polizei. Zeugen und Polizei widersprechen einanderDie meisten Zeugen widersprechen dieser Aussage jedoch entschieden. Demnach war nicht der Citroen, sondern der Chauffeur von Barkow im Mercedes auf der Gegenspur unterwegs. Bisher wurden die Zeugenaussagen nicht zu Protokoll genommen. Zudem sollen nach Aussage von Opferanwalt Igor Trunow mehrere Videobänder verschwunden sein, die den Tatort und damit den möglichen Tathergang zeigten. Bisher wurde von der Polizei nur ein Video vorgeführt und auf diesem verdeckt ein überdimensionales Straßenschild den Unfallhergang. Laut Trunow gibt es an der enstprechenden Stelle aber mehrere Kameras. Medwedew soll eingreifenIn einem offenen Brief an Präsident Medwedew haben nun führende russische Künstler um eine offene Aufklärung des Falls gebeten. Der russische Präsident hat schon Innenminister Raschid Nurgalijew in den Kreml zitiert, um sich über den Fall zu unterrichten. Wie die Ermittlungen ausgehen werden, bleibt abzuwarten. Noch ist die Schuldfrage nicht endgültig geklärt. Gleiches Recht für alle?Dass die VIPs in Russland mit Blaulicht und gepanzerten Luxus-Limousinen sich selten um Vorfahrt oder Straßenverkehrsordnung kümmern, ist allerdings ein offenes Geheimnis im Land. Auch Rosnano-Chef Anatoli Tschubais war vor ein paar Monaten in einen Unfall verwickelt. Hieß es zunächst, sein Dienst-Mercedes sei auf der Gegenfahrbahn mit entgegen kommenden Fahrzeug kollidiert, wurde die Meldung schnell berichtigt. Nicht Tschubais Fahrer, sondern der entgegen kommende Wagen sei schuld am Unfall gewesen, hieß es. Glücklicherweise ist damals kein Mensch ums Leben gekommen. |