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| Moskaus Beamten entdecken ihr Herz für Graffitis | |
Mittwoch, 12.07.2006
Moskau: Behörden wollen Graffitis gegen das Grau
Moskau. Im Auftrag der Stadtregierung sollen Sprayer ein Haus im Südwesten Moskaus verschönern. Das Motiv steht noch zur Debatte. Die jungen Künstler üben schon einmal an den Fassaden von Stromverteilungsanlagen.
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Sie werden von den Behörden gejagt, ihre Werke mit weißer Farbe überpinselt. Sprayer sind bei den Städten und Kommunen normalerweise nicht besonders beliebt. Mit ihren leuchtenden, aggressiven Gemälde überziehen sie die Fassaden von öffentlichen Gebäuden und Nahverkehrsmitteln – zumindest in den Augen der Behörden richten sie damit jährlich Schäden in Millionenhöhe an.
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Stadt bezahlt 150.000 Rubel für Graffiti
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Dabei kann man den Werken der meist jugendlichen Sprayer durchaus künstlerischen Wert beimessen. So wie das die Verwaltung der Stadt Moskau jetzt tut. Sie beauftragte mehrere Sprayer mit der Verschönerung der Fassade eines zwölfstöckigen Wohnhauses am Prospekt 60-letija Oktjabrja im südwestlichen Verwaltungsbezirk der Großstadt. 150.000 Rubel (rund 4.400 Euro) stellten die Beamten für das Projekt zur Verfügung.
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Sozrealismus mit der Spraydose?
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Über das Motiv herrscht noch Uneinigkeit: Den Beamten der Moskauer Stadtverwaltung schwebt ein „jugendlich-patriotisches Motiv“ vor, das sie womöglich an ihre eigene „wilde Komsomolzen-Zeit“ erinnern soll, wie die Zeitung Iswestija vermutet. Auf jeden Fall soll das Graffiti schließlich das Lebensgefühl der Moskauer Jugend widergeben.
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Freilich zum Verdruss der Künstler. Sie bevorzugen Fantasy-Motive. Aber die Jugend zeigt sich einsichtiger als die Beamten – denn wann haben die Sprayer schon einmal die Gelegenheit, ohne Zeitdruck ein zwölfstöckiges Gebäude zu verzieren und ihre Namenszüge zu setzen? Die ersten Entwürfe für das „jugendlich-patriotische“ Gemälde liegen bereits bei der Stadtverwaltung vor.
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Unterdessen sprühen sich die Sprayer mit der städtischen Lizenz schon einmal warm. Auf einigen Dutzend Stromverteilungsanlagen im südwestlichen Verwaltungsbezirk haben sie bereits ihre großflächigen Gemälde hinterlassen. Durchaus sehenswert sind die frühmorgendliche Ansicht einer Uferpromenade in verschiedenen Blautönen oder die in Gelb und Rot gehaltene Fantasy-Märchenlandschaft mit Schloß. Direkt neben der Metro-Station Leninski prospekt ist eine Weltraumlandschaft aufgetragen. Alle Graffitis können übrigens rund um die Uhr bewundert werden. Der Eintritt ist frei.
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(cj/.rufo)
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