Wohl die Hälfte aller Staus in der Moskauer Innenstadt werden durch Falschparker verursacht (Foto: Ballin/.rufo)
Mittwoch, 20.01.2010
Moskau: Falschparker erstmals richtig zur Kasse gebeten
Moskau. Falschparken soll in Moskau erstmals richtig teuer werden, um das Chaos in der Innenstadt zu bändigen. Nach einem neuen Gesetzentwurf soll Falschparken auf Bürgersteigen künftig teils sogar über 100 Euro Bußgeld kosten.
Gegenwärtig beläuft sich die Strafe für Falschparker auf bescheidene 200 Rubel (umgerechnet etwa 6 Euro). Das Auto in unmittelbarer Zielnähe irgendwo im Verkehrsfluss stehen zu lassen, ist darum bequemer und auch noch billiger, als manche gebührenpflichtigen Parkplätze zu nutzen.
Viele Moskauer sind es daher gewohnt, in der zweiten oder dritten Reihe direkt vor dem nötigen Behördeneingang zu parken, um 50 Meter Fußweg zu sparen, denn schließlich hat man schon lange im Stau gestanden ...
Die Bußgelder für "normales" Falschparken sollen nach dem Gesetzentwurf, der gestern von der Stadtverwaltung in die Moskauer Stadtduma eingebracht wurde, auf 3.000 Rubel (etwa 70 Euro) erhöht werden.
Falschparken auf Bürgersteigen, vor Auffahrten für Rollstühle, auf Zebrastreifen oder näher als fünf Meter an Fussgängerüberwegen soll in Zukunft sogar mit 5.000 Rubeln (etwa 110 Euro) zu Buche schlagen.
Während die Erhöhung der Bußgelder vermutlich schnell alle Gesetzgebungsinstanzen
passieren wird, dürfte die nächste Etappe des großen Aufräumens noch länger dauern: geplant ist, das Aufstellen von Behelfsgaragen auf Straßen und Hinterhöfen generell zu verbieten.
Mehrere Anläufe zum Garagenverbot sind bisher allerdings mangels Alternativen für die Moskauer Autofahrer gescheitert.
Das Wetter ist zwar nun deutlich kühler geworden, doch einige Moskauer genießen die letzten Sonnenstrahlen des Sommers im Stadtpark von Lefortowo. ( Topfoto: Ballin/.rufo)