Bunt wird es am Wochenende beim Moskauer Stadtgeburtstag, wenn auch in etwas bescheidenerem Rahmen. (Foto: Ballin/.rufo)
Freitag, 03.09.2010
Moskau feiert Stadtgeburtstag in neuer Bescheidenheit
Moskau. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Moskau feiert am Wochenende sein 863jähriges Bestehen, und geschätzt 3 Mio. Gäste feiern auf der Straße mit. Doch die Ausgaben für die Festlichkeiten sind diesmal bescheiden.
Eigentlich wollte die Moskauer Stadtregierung den 863. Geburtstag groß feiern. Zehnmal so viele Veranstaltungen wie im vergangenen Jahr sollten 2010 stattfinden. Doch die Waldbrände des Sommers, die auch vor den Toren Moskaus wüteten, haben nicht nur die Kassen geleert, sondern den Beamten auch die Feierstimmung ein wenig verdorben.
Sparen an der Feier für einen guten Zweck
Die Stadtregierung verzichtet so in diesem Jahr auf den Empfang beim Bürgermeister und eine große Eröffnungsparty der Feierlichkeiten. Beide Ereignisse zählen zu den teuersten Posten des Stadtgeburtstags. Das gesparte Geld wird an Russen gespendet, die bei den Waldbränden ihr Hab und Gut verloren haben.
Oberbürgermeister Juri Luschkow versagt sich diesmal sogar das Vergnügen, Wettergott zu spielen und die Wolken mit der Luftwaffe auseinander zu treiben. Dabei gebe es an diesem Wochenende für die Wolkenzerschießer wahrlich etwas zu tun.
Die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei deutlich über 50 Prozent. Immerhin, am Sonntag soll die Wolkendecke auch ab und an aufreißen. Bei 13-17 Grad sollten sich die Besucher der Massenveranstaltungen aber zumindest warm anziehen.
Wir gratulieren zum Stadtgeburtstag, steht auf dem Ballon geschrieben. (Foto: Ballin/.rufo)
Musikfestival Spasskaja Baschnja auf dem Roten Platz
Insgesamt 5.000 Veranstaltungen soll es geben. Am sehenswertesten ist dabei wohl das Festival „Spasskaja Baschnja“ (Spasski-Turm): Auf dem Roten Platz treten Militärorchester aus der ganzen Welt zu einem Wettstreit im Musizieren auf.
Zu hören ist dabei nicht nur Marschmusik. Auch Popsänger und Liedermacher sind unter den Auftretenden. Ein amerikanischer Soldat wurde vorab im russischen Staatsfernsehen mit einer gelungenen Michael-Jackson-Imitation gezeigt.
Auch ein Feuerwerk gibt es natürlich zum Stadtgeburtstag. Zwar wird dieses Jahr das Feuerwerk am Park Pobedy (Siegespark) eingespart, doch am Wassiljewski Spusk hinter dem Roten Platz wird kräftig geböllert.
Bolschoi-Theater zeigt sich wieder in alter Pracht
Und dann gibt es ja noch Geschenke für das Geburtstagskind bzw. dessen Bewohner. Das wohl wichtigste: Die Fassade des Bolschoi-Theaters mit der berühmten Quadriga auf dem Dach wird enthüllt. Bis das Bolschoi seine Besucher allerdings im Großen Saal empfängt, dauert es noch gut ein Jahr.
Enthüllt wird auch – mal wieder – das Denkmal vom Arbeiter und der Kolchosbäuerin. Schon im Dezember war die Statue freigegeben worden, doch dann musste sie noch einmal in Reparatur. Nun soll unter der Statue auch ein Museum, das den Prozess der Wiedergeburt des Denkmals zeigt, eröffnet werden.
Im Park Kolomenskoje öffnet der Palast von Zar Alexej Michailowitsch (1629-1676) seine Pforten. Der Holzpalast aus dem 17. Jahrhundert galt als so etwas wie das achte Weltwunder, musste aber unter Katharina der Großen wegen Baufälligkeit zerlegt werden.
Der originalgetreue Wiederaufbau wurde von der Stadtregierung 2008 beschlossen und soll nun vollendet werden.
Verkehrsprobleme zu erwarten
Rund drei Millionen Menschen werden bei den verschiedensten Veranstaltungen in der Stadt erwartet. Vor allem das Zentrum dürfte überlaufen sein. Mit dem Auto gibt es keine Möglichkeit, ins Zentrum zu fahren. Die meisten Straßen sind am Wochenende bis spät in den Abend gesperrt.
Die Metro ist der sicherste und zuverlässigste Zubringer, um rechtzeitig am gewünschten Ort zu sein. In diesem Jahr wird die Moskauer U-Bahn am Stadtgeburtstag allerdings nachts nicht länger als üblich (d.h. bis 1:00 Uhr) fahren. Aber ein (Schwarz-)Taxi in Moskau zu finden, ist für Nachtschwärmer sicher kein Problem.
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