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| Bald ist es vorbei mit dem Wühlen im hauptstädtischen Müll. Foto: newsru.com | |
Donnerstag, 09.10.2003
Moskau geht zu Mülltrennung über
Moskau. Ab Januar 2004 müssen die Einwohner der russischen Hauptstadt ihren Müll sortieren und in getrennte Container werfen. Laut Verordnung von Bürgermeister Juri Luschkow werden die Moskauer ab Januar nächsten Jahres in ihren Höfen drei verschiedene Müllcontainer vorfinden – für Glas, Papier und Pappe sowie Blechdosen und Plastikflaschen. Ein Experiment in mehreren Stadtteilen hatte ergeben, dass diese Art der Abfallbeseitigung auch in Moskau sehr effektiv sein kann.
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Der stellvertretende Bürgermeister von Moskau, Pjotr Aksjonow, teilte am Mittwoch vor der Presse mit, solch ein System verringere den Müllumfang um ein Vielfaches. Alljährlich produziere Moskau fünf Millionen Tonnen Abfall, wovon zwei Millionen Tonnen auf Haushaltsmüll entfallen.
Bürgermeister Luschkow hatte am 3. September 2002 angeordnet, in ausgewählten Stadtteilen die Mülltrennung als Experiment zu starten. Heute ist er der Meinung, der Versuch habe sich bewährt, auch wenn er seinen Mitbürgern dabei weniger Können attestiert, als es in „zivilisierten Ländern“ üblich sei. Zudem hatte Luschkow befohlen, den Hausmeistern das Gehalt anzuheben, damit sie auch die Abfälle in den Müllschluckern sortieren.
Moskau steht vor einer ernsten Umstrukturierung der Müllbeseitigung. Nach Angaben der Verwaltung der Kommunalwirtschaft werden die Müllhalden der Hauptstadt 2006 die Grenze ihrer Ausbeutung erreichen. Im Weiteren müssen neue Halden in größerer Entfernung von der Stadt angelegt werden. Die Modernisierung der Müllverbrennungsanlagen geht indessen viel zu langsam voran. Das liegt vor allem an der unzureichenden Finanzierung.
Zurzeit wird in Moskau nur ein Drittel des anfallenden Mülls verbrannt. Erst 2017 könnte die russische Hauptstadt ein System der hundertprozentigen Müllverarbeitung erreichen. Luschkow behagt dies gar nicht. Bereits im letzten Jahr hatte er angeordnet, die Tarifpolitik zu modifizieren, damit die Müllverbrennung in Perspektive günstiger werde als der Abtransport auf die Halde. (sb/.rufo)
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