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| Beim Moskauer Stadtgericht wollen die Schwulen ihre Parade doch noch durchsetzen. Foto: www.newsru.com | |
Freitag, 19.05.2006
Moskau verbietet Gay-Parade
Moskau. Die Stadtregierung hat die für Ende Mai geplante Schwulenparade verboten. Angeblich sollen die Homosexuellen gegen gewaltsame Übergriffe geschützt werden. Die Schwulen wollen trotzdem auf die Straßen gehen.
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Wenn es um die Rechte von Schwulen und Lesben geht, werden Beamte der Moskauer Stadtregierung regelmäßig besonders fürsorglich. Zum Beispiel Nikolaj Kulikow, der in der Verwaltung für die Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften verantwortlich ist.
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Gegenüber der Zeitung „Kommersant“ äußerte er sich besorgt um das Wohlergehen der Teilnehmer einer Gay-Parade. Die Parade sollte am 27. Mai durch das Moskauer Stadtzentrum führen.
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Das Wohl der Schwulen im Blick
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Täglich gingen nun in der Moskauer Stadtverwaltung Drohbriefe gegen die Teilnehmer ein, so Kulikow. Behörden und Polizei könnten unmöglich für die körperliche Unversehrtheit der Teilnehmer garantieren. Aus eben diesem Grund sei die Gay-Parade am Donnerstag von der Moskauer Stadtregierung verboten worden.
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Die Schwulen und Lesben wollen sich das Demonstrieren jedoch nicht verbieten lassen. Sie würden am 27. Mai auf jeden Fall auf die Straße gehen, teilte einer der Organisatoren der Parade Nikolaj Aleksejew mit. „Wenn sie uns auseinanderjagen wollen, dann sollen sie das vor den Augen der Weltöffentlichkeit tun“, so Aleksejew.
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Moskauer Stadtregierung vor Gericht?
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Die Organisation Gayrussia.ru will außerdem beim Stadtgericht Klage gegen die Moskauer Stadtregierung einreichen. Staatspräsident Wladimir Putinwollen die Schwulen und Lesben dazu aufrufen, „den Diktator“, Bürgermeister Juri Luschkow, zu entlassen.
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Während Schwule und Lesben in Westeuropa und den USA gesellschaftlich weitgehend akzeptiert sind, kämpfen die Homosexuellen in Russland einen lebensgefährlichen Kampf um ihre Anerkennung. An den diesjährigen Mai-Feiertagen war es in Moskau zu Übergriffen auf Schwulen-Partys gekommen. Ein Veranstaltungszentrum brannte dabei vollständig aus.
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Geschlossen gegen Schwule
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Gegenüber den Tätern zeigten sich Behörden und Sicherheitskräfte auffällig nachsichtig. Die Randalierer kamen mit einem polizeilichen Eintrag davon. Dass die Moskauer Polizei ihre Schlagkraft verloren haben könnte, muss dennoch niemand befürchten.
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Das stellte der bereits erwähnte Verwaltungsbeamte Kulikow im selben Interview mit der Zeitung Kommersant klar: Sollten sich die Schwulen und Lesben am 27. Mai 2006 trotz des Verbots zu einer Demonstration versammeln, verfüge die Moskauer Polizei über genügend Einsatzkräfte, um die Veranstaltung gewaltsam aufzulösen.
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Religiöse und nationalistische Vereinigungen haben den Behörden ihre tatkräftige Unterstützung bereits zugesagt. (cj/.rufo)
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