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| Seit dem Grossbrand im August 2000 werden die Instandhaltungsarbeiten am Fernsehturm in Ostankino auf höchster stadtpolitischer Ebene verantwortet (Foto: tvtower.ru). | |
Dienstag, 30.01.2007
Moskauer Fernsehturm Ostankino droht Einsturz
Moskau. Der Moskauer Fernsehturm ist instabil – so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung. Bei der Instandhaltung, so die Studie, wurde minderwertiges Material verwendet. Für genauere Untersuchungen fehlt das Geld.
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Als Montagearbeiter Nikolaj Nerkin die Trosse nachspannen wollte, riss sie aus der Verankerung. Stahlseil, Schrauben und Muttern schossen Nerkin um die Ohren und fügten ihm tödliche Wunden zu. Eine Hand abgerissen, Brustkorb und Rippen zertrümmert. Nur wenig später erlag der 54-Jährige seinen Verletzungen.
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Zweifel an der Stabilität
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Das Unglück geschah im Herbst 2006 bei Instandhaltungsarbeiten im Innenraum des Moskauer Fernsehturms in Ostankino. Insgesamt hundert Stahltrossen sind dort gespannt, vom Fuß bis zur Spitze des 540 Meter hohen Beton-Turms. Sie sollen das höchste Bauwerk Moskaus stabilisieren.
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| Mit 540 Metern Höhe ist der Fernsehturm in Ostankino das höchste Bauwerk und ein Wahrzeichen Moskaus (Foto: Archiv). |
Beim Großbrand im August 2000 war die stabilisierende Innenkonstruktion bereits stark angegriffen worden. 50 der 100 Stahltrossen hielten der Hitze nicht stand und zerbarsten. Dennoch blieb der Moskauer Fernsehturm aufrecht stehen.
Nach dem tragischen Tod des Montagearbeiters kamen jetzt aber offenbar Zweifel an der Stabilität der Konstruktion und an der Qualität der Wartungsarbeiten auf. Untersuchungen der Bausubstanz als auch Ergebnisse wurden auf höchster Ebene verantwortet und geheim gehalten. Dennoch scheinen Details der Untersuchungsergebnisse an die Medien durchgesickert zu sein.
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Minderwertige Metalllegierung
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Bei einer Überprüfung der im Herbst 2006 geborstenen Trossenkonstruktion seien erhebliche Materialmängel festgestellt worden, berichtet die Tageszeitung „Moskowski Komsomoljez“ mit Verweis auf Mitglieder der Prüfungskommission. Das Gewinde mit dem die Trosse am Fuß des Turms befestigt war, habe aus einer minderwertigen, porösen Metalllegierung bestanden. Es hätte ein Gewicht von 100 Tonnen halten müssen, sei aber bereits bei einer Belastung mit 70 Tonnen geborsten.
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Die Empfehlung der Kommission, in der nächsten Zukunft alle 100 Trossenkonstruktionen im Innenraum des Turms nacheinander zu untersuchen, soll wegen der hohen Kosten abgelehnt worden sein.
(cj/.rufo)
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