Donnerstag, 13.02.2014

Moskauer Metro kauft Waggons für über zehn Mrd. Euro

So könnten die neuen Metro-Waggons aussehen (Foto: M24)
Moskau. Die Moskauer U-Bahn wird runderneuert. Noch in diesem Jahr wollen die Verkehrsbetriebe Waggons für über zehn Milliarden Euro kaufen. Ausländische Interessenten für den lukrativen Auftrag stehen bereits Schlange.
Der Staatsbetrieb „Moskowski Metropoliten“ will im April zwei große Ausschreibungen über den Ankauf von insgesamt 2.400 Waggons veröffentlichen. Der Gesamtwert der Bestellung liegt bei 500 Mrd. Rubel (entspricht derzeit 10,5 Mrd. Euro). Die ersten Waggons sollen bereits zum Jahresende geliefert werden.

Stammen die bisher kursierenden Waggons alle noch aus sowjetischer bzw. die etwas neueren aus russischer Produktion, so rechnen sich bei dem neuen Auftrag internationale Maschinenbauer gute Chancen aus. Von den russischen Waggonbauern könnte wohl allenfalls die Transmaschholding den Ausländern Konkurrenz machen.

Durchgängige und behindertengerechte Züge


Die Moskauer U-Bahn hat klare Vorstellungen, wie die „Waggons der neuesten Generation“ aussehen sollen. Statt der bisher abgetrennten Abteile sollen die künftigen Waggons einen Durchgang besitzen, so dass die Passagiere bei Bedarf den Wagen wechseln können. Zudem wird es erstmals auch Behindertensitzplätze in der Metro geben – einen pro Waggon. Die Züge werden zugleich – wo möglich – auf acht Wagen aufgestockt.

Als erster Großkonzern hat bereits die spanische CAF ihre Visitenkarte in Moskau abgegeben. Am Ausstellungszentrum WWZ, der ehemaligen Allunionsausstellung WDNCh präsentierten die Spanier ihren neuesten Waggon. „Das Design wurde vom berühmten italienischen Designer Giugiaro entworfen, der seinerzeit auch das Design für Ferrari entwickelt hat“, rührte CAF-Regionaldirektor Juan José Garcia in Moskau die Werbetrommel für das Modell.

Konkurrenz der Maschinenbauer ist groß


Klappbare Sitze für eine höhere Auslastung in der Stoßzeit, eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h Vibrationsarmut und ein niedriger Geräuschpegel sind weitere Punkte, mit denen CAF punkten will.

Dennoch werden es die Spanier schwer haben, die Konkurrenz ist groß. Giganten wie Alstom, Bombardier, Hyundai, aber auch der deutsche Siemens-Konzern führen seit längerer Zeit Verhandlungen mit der Moskauer U-Bahn-Gesellschaft.