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| Kosmonaut und Duma-Abgeordneter M. Tolbojew (foto. newsru) | |
Freitag, 10.09.2004
Moskauer Milizionäre verprügelten Kosmonauten
St. Petersburg. Testpilot, Kosmonaut, Duma-Abgeordneter und selbst der Titel “Held Russlands”: Auch diese Verdienstliste kann einen russischen Bürger nicht davor bewahren, von Moskauer Polizisten auf offener Straße zusammengeschlagen zu werden – wenn er Kaukasier ist und sein Name tschetschenisch klingt. Die „verschärften Sicherheitsmaßnahmen“ trafen den aus Dagestan gebürtigen Oberst Magomed Tolbojew.
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Tolbojew, von der Nationalität her ein Aware, befand sich am Mittwoch Abend in der Metro-Station Wychino, als er nach eigenen Worten „am Revers von zwei Unteroffizieren der Miliz aus der Menge gezogen“ wurde. Auf deren Aufforderung, sich auszuweisen, präsentierte Tolbojew seinen Abgeordnetenausweis der Staatsduma – und fügte hinzu, dass er Luftwaffenoberst und Träger des Titels „Held Russlands“ sei.
Anstatt stramm zu stehen und ranggemäß zu salutieren, kassierten die Beamten den Ausweis mit dem tschetschenisch klingenden Familiennamen ein. Als Tolbojew ihn zurückforderte, setzte es die ersten Schläge.
Milizattacken: Gegenwehr ist sinnlos
Obwohl er Kampfsportmeister ist und nach eigener Aussage die beiden Beamten „in einer Sekunde hätte flachlegen können“, wehrte sich Tolbojew nicht: „Hinterher hätten die nur behauptet, ich hätte sie angefallen“. So lag der „Held Russlands“ im Moskauer Straßendreck und hoffte nur, dass ihm die „Ordnungshüter“ nicht auch noch in den Rücken treten, denn sein Rückgrat sei „seit einem Sturz aus großer Höhe komplett aus Kunststoff“.
Unter wüsten rassistischen Beschimpfungen ließen die Polizisten erst von ihrem Opfer ab, als Passanten den Polizeinotruf 02 alarmierten.
Die Leitung der Moskauer Polizei kündigte eine interne Untersuchung des Vorfalls an. Die Schuldigen würden, wenn sich der Sachverhalt bestätigen sollte, in aller Strenge bestraft, die Ermittlungsergebnisse sollen veröffentlicht werden. Die Nummer des Fahrzeugs der Beamten wurde von Zeugen notiert.
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Tolbojew, der einst bei Testflügen das russische Space Shuttle „Buran“ lenkte, will seine Peiniger nicht verklagen. Als „russischer Offizier und Oberst“ sei eine Auseinandersetzung „mit diesem Müll“ unter seiner Würde. „Verschärfen muss man nicht die Sicherheitsmaßnahmen gegen die Bevölkerung, sondern die Maßnahmen innerhalb der Strukturen, damit sie ordentlicher werden“, so Tolbojew, der als einstiger Sekretär des Sicherheitsrates von Dagestan diesbezüglich auch theoretisch einschlägige Erfahrungen hat. (ld/.rufo)
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