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| Nicht nur Schwarzfahrer ärgern sich über die Drehkreuze in den Moskauer Stadtbussen (Foto: Jahn/.rufo) | |
Montag, 19.06.2006
Moskauer Nahverkehr: Das Kreuz mit dem Drehkreuz
Moskau. Die Drehkreuze in den Bussen des Moskauer Nahverkehrs sind für viele ein Ärgernis. Durch sie verlängern sich die Aufenthaltszeiten an den Haltestellen enorm. Bürgermeister Luschkow will sie nun ersetzen lassen.
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“Das ist ja nicht zu fassen!“, wunderte sich Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow während der Live-Sendung „Mit Blick auf die Stadt“ („Lizom k gorodu“). Die Moderatoren des Fernsehsenders TWZ hatten dem Stadtoberhaupt eine Filmaufnahme vorgespielt, die in einem Bus des öffentlichen Nahverkehrs aufgenommen wurde. In der Szene verheddert sich ein Mann mit seinen Tragetaschen im Drehkreuz an der Eingangstür des Busses und kann sich für Sekunden nicht befreien. Die hinter ihm wartenden Fahrgäste werden unruhig und schimpfen.
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Dienstwagen statt Bus
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Eigentlich eine alltägliche Szene im Moskauer öffentlichen Nahverkehr. Bürgermeister Luschkow allerdings war das Problem mit den Drehkreuzen bisher offenbar nur vom Hörensagen bekannt. Unwahrscheinlich, dass er jemals mit der Fahrkarte in der Hand in der schubsenden und drängenden Menschenmenge vor dem Eingangs-Drehkreuz des Nahverkehrsbus gewartet hat. Spitzenpolitiker benutzen in der Regel eben doch lieber ihre schnellen und bequemen Dienstwagen.
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So ist die viel kritisierte Einführung der Drehkreuze bei den Moskauer Nahverkehrsmitteln, nur ein Beispiel für bürgerferne Politikerentscheidungen. Die Drehkreuze wurden vor einigen Jahren eingeführt, um das Problem mit den zahlreichen Schwarzfahrern in den Griff zu bekommen. Das ist in der Tat gelungen: Nach Informationen der Zeitung „Izwestija“ konnten die Gewinne aus dem Ticketverkauf in den vergangenen fünf Jahren tatsächlich um 51 Prozent gesteigert werden. Die Nachteile – ewig lange Warteschlangen an den Haltestellen und Verspätungen von bis zu 30 Minuten – wurden von den Verantwortlichen lange ignoriert.
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Fernseh-Heilung
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Der Filmausschnitt des Senders TWZ konnte den Moskauer Bürgermeister jetzt davon überzeugen, dass das System verbesserungsbedürftig ist. Luschkows spontane Reaktion in der Sendung: Die Stadtregierung werde die Verbreiterung der Drehkreuze veranlassen. Den Fahrgästen soll es möglich sein, auch mit Gepäck in den Bus zu gelangen.
Die Drehkreuze wieder vollständig abmontieren will die Stadtregierung aber nicht. Die Umrüstung aller Busse und Trolleybusse hat den städtischen Haushalt Berichten zufolge immerhin 40 Millionen Dollar gekostet.
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(cj/.rufo)
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