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| Mit Ikonen gegen Schwule und Lesben - Moskaus Rechte auf dem Kreuzzug. Foto: newsru.com | |
Dienstag, 02.05.2006
Moskauer Nationalisten greifen Homosexuelle an
Moskau. An den Mai-Feiertagen kam es im Moskauer Zentrum zu Übergriffen auf Lesben und Schwule. Ein Frauenclub brannte völlig aus. Kommunisten und Nationalisten riefen offen zu Angriffen auf Homosexuelle auf.
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Der Erste Mai scheint für die russischen Kommunisten und Nationalisten zunehmend eine andere Bedeutung zu bekommen. Die alten Revolutionsparolen machen schrilleren Tönen Platz. So riefen am Montag, bei der zentralen Versammlung der Kommunisten und Nationalisten auf dem Moskauer Theaterplatz, Redner offen zu Angriffen gegen Lesben und Schwule auf.
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„Die Schwulen und Lesben feiern in den kommenden Tagen in Moskau Partys. Ich rufe alle hier Versammelten dazu auf, zu den Veranstaltungen zu gehen und diese Typen auf ihre widerlichen Fressen zu hauen“, krächzte etwa eine ergraute Gewerkschaftsfunktionärin den begeisterten Zehntausenden entgegen.
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Randale vor Nachtclubs
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Worte, die auf fruchtbaren Boden fielen. Noch in der Nacht zum Dienstag versammelten sich rund 150 Randalierer vor einem Nachtclub in der Nastawnitschewski-Gasse, wo an diesem Abend eine Gay-Party stattfinden sollte. Dem unmittelbaren und beherzten Eingreifen der Sicherheitskräfte der Moskauer Polizei ist es zu verdanken, dass keine Personen zu Schaden kamen. Rund 40 Extremisten wurden verhaftet.
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Zu größeren Ausschreitungen war es bereits in der Nacht auf den Ersten Mai gekommen. Vor der Diskothek „Renaissance Event Club“ auf der Ordschonikidse-Straße versammelten sich laut Augenzeugen mehr als 250 Nationalisten und Skinheads.
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Als es den vor der Tür versammelten Radikalen nicht gelang, den Club zu stürmen, bewarfen sie den Eingang mit Eiern, Bierflaschen und Steinen. Die Polizei musste die Gäste der Diskothek in ihren Einsatzwagen evakuieren.
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Lesben-Club brennt völlig aus
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Um ungefähr 2.00 Uhr nachts wurde ein Brandanschlag auf den Moskauer Frauenclub „TemAtik“ verübt. Das Gebäude brannte völlig aus. Eigentlich hatte dort am Ersten Mai das schwul-lesbische Kulturfestival „Regenbogen ohne Grenzen“ stattfinden sollen. Aus Sicherheitsgründen hatten die Organisatoren die Veranstaltung jedoch rechtzeitig abgesagt und auf einen späteren Termin verlegt.
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Am Mai-Feiertag selbst sollen laut dem Radiosender „Echo Moskwy“ rund 30 Radikale den Club „Drei Affen“ im Zentrum der russischen Hauptstadt gestürmt und das Personal bedroht haben.
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Gay-Parade als Vorwand
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Es wird vermutet, dass die aktuelle Diskussion über die Durchführung einer Gay-Parade den Extremisten als Vorwand für ihr gewaltsames Vorgehen gegen Moskauer Lesben und Schwule dient. Dabei ist längst absehbar, dass die Parade von der Stadtregierung nicht genehmigt werden wird.
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Sogar der „Russische Homosexuellen-Verband“ selbst hatte sich frühzeitig gegen die Parade ausgesprochen, die von im Ausland lebenden Homosexuellen geplant wird. Die russische Gesellschaft, so der Verband, sei noch nicht reif für eine Parade der Schwulen und Lesben. (cj/.rufo)
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