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| Die scheinbar in der Mitte gefalteten Hochhäuser am Nowy Arbat werden im Volksmund treffend als „Bücher“ bezeichnet (Foto: Ballin/.rufo). | |
Freitag, 16.03.2007
Nowy Arbat womöglich bald größte Flaniermeile Moskaus
Moskau. Da wo jetzt Autos über den Nowy Arbat rasen, könnten bald Moskauer und Touristen gemütlich spazieren. Die Stadt will die Magistrale untertunneln und oberirdisch eine Fußgängerzone einrichten.
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Moskau soll lebenswerter werden. Um das zu erreichen, will die Stadt auch mehr beruhigte Fußgängerzonen schaffen. Ein Großprojekt ist der Neue Arbat: Die derzeit noch stark befahrene Ausfallstraße, die am Kreml beginnt und dann nach Westen aus der Stadt herausführt, soll nach dem Willen der Stadt autofrei werden.
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Autos unten, Menschen oben
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Das Projekt lässt sich in mehrere grundlegende Elemente aufteilen: Unterirdisch sollen drei parallel verlaufende Tunnel entstehen. Jeweils drei Spuren für die Fahrtrichtung aus und drei für die Fahrtrichtung in die Stadt. Ein weiterer, besonders gesicherter Tunnel in der Mitte wird für Regierungsfahrzeuge reserviert. Denn schon heute nutzen Regierungskonvois den Nowy Arbat als Ausfallstraße.
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Als weiteres Element sind insgesamt 4.000 unterirdische Parkplätze geplant. Sie sollen dem Stellplatz-Notstand im Moskauer Zentrum Abhilfe schaffen.
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Durch diese Maßnahmen wird der gesamte Autoverkehr unter die Erde verlegt. Oberirdisch soll eine Fußgängerzone entstehen.
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Verkehr läuft während Umbau weiter
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Da die Fläche zwischen den Kasinos auf der einen Seite des Nowy Arbat und den Kinos und Restaurants auf der anderen Seite ohne Autoverkehr doch ein bisschen zu groß und leer erscheinen würde, wollen die Planer einen Teil mit Einkaufszentren und Vergnügungseinrichtungen bebauen.
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Während der Tunnelarbeiten soll der oberirdische Verkehr nach dem Willen der Planer ungehindert weiterlaufen. Die Autos sollen dann vorübergehend über künstliche Fahrbahnen fahren. Genannt wurde eine Methode aus Japan, bei der die Tunnelarbeiten mit Stahlplatten abgedeckt werden. Über diese „Stahlfahrbahnen“ wird dann der Verkehr geführt.
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Tunnel in die falsche Richtung
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Bis zur Realisierung könnte jedoch noch einige Zeit ins Land gehen. Ein Zeitplan wurde jedenfalls noch nicht öffentlich vorgestellt und auch die Finanzierung scheint bisher nur in groben Zügen festzustehen. Sowohl die Stadt als auch der Staat und private Investoren sollen einen Anteil übernehmen.
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Kritiker bezweifeln allerdings bereits, dass die Untertunnelung die Moskauer Infrastruktur verbessert. Juri Botscharow, Architekt und angesehener Wissenschaftler, glaubt, dass es in der russischen Hauptstadt dringendere Verkehrsprobleme zu lösen gilt.
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Es fehle nicht an Ausfallstraßen wie dem Nowy Arbat. Viel wichtiger seien Einfallstraßen, über die die tausenden von Berufstätigen aus den Vororten ins Zentrum kommen könnten. Derzeit müssen sie jeden Morgen stundenlang in kilometerlangen Staus stehen. (cj/.rufo/Moskau)
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