Montag, 23.07.2012

Onischtschenko: Hamburger sind nicht gut für Moskauer

Manchmal ist ein Burger lebendiger als man es sich wünscht (Montage: liveinternet.ru)
Moskau. Russlands oberster Sanitätsarzt hat dazu aufgefordert, sich nicht durch ausländische Moden von einer gesunden Ernährung abbringen zu lassen. Kartoffeln bekämen dem Volk besser als Hamburger und Sushi.
Gesundheitshüter Gennadi Onischtschenko kommentierte heute den von einer Moskauerin publik gemachten Fund von lebenden Würmern in einem McDonalds-Gericht: „Hamburger, selbst ohne Würmer, sind nicht die richtige Ernährung für die Bevölkerung Moskaus und Russlands. Dieses Essen ist nicht unseres“, erklärte er.

Der Korrektheit halber sei hinzugefügt, dass sich die lebenden Speisezugaben nicht in einem Hamburger, sondern auf den Salatblättern eines McChicken der amerikanischen Fastfood-Kette befunden haben sollen. Dies erklärte die betroffene Moskauerin dem Radiosender Kommersant-FM.

Sie hätte die Würmer beim Verzehr des Gerichts im Auto bemerkt und sei zu der Filiale zurückgefahren. Der dortige Manager habe sofort das Geld für das Essen zurückerstattet und sich für die Reklamation bedankt.

Sanitätsbehörde ist einsatzbereit


Gennadi Onischtschenko erklärte, dass sich die Betroffene auch an seine Behörde wenden könne. Dann würden die entsprechenden Betriebe der „allerstrengsten Überprüfung“ unterzogen – „selbstverständlich im Rahmen des Gesetzes“. Seiner Meinung nach habe die Kundin Anspruch auf eine Entschädigung für ihren moralischen Schaden.

Letzten Monat hatte Onischtschenko in ähnlicher Schärfe – und nicht zum ersten Mal - gegen Sushi-Restaurants in Russland gewettert. Er könne nicht verstehen, warum die Leute diesen „von Bandwurmeiern befallenen Fisch“ essen würden.

In der russischen Gastronomie fehle es an der Tradition und Qualifikation, rohen Fisch so zu behandeln und zuzubereiten, dass er nicht gesundheitsschädlich sei.

Zurück zu den Kohlköpfen


Russen sollten überhaupt essen, woran sich das „genetische Gedächtnis“ ihres Verdauungstraktes gewöhnt habe, empfahl der Chef der Sanitätsbehörde. Dies seien zum Beispiel „Fleisch, eingelegter Kohl und Kartoffeln“.

Die Auswahl des Kreml-Gesundheitswärters erinnert an einen eingängigen Slogan, mit dem in den 1990er Jahren gegen die Eröffnung der ersten Mc-Donalds-Restaurants in St. Petersburg protestiert wurde – wobei die Demonstranten eher im linksradikalen „anti-imperialistischen“ Lager denn in jenem der Gesundheitsfreaks anzusiedeln waren:

„Schtschi da kascha - pischa nascha!“ – zu deutsch: „Kohlsuppe und Buchweizengrütze, das ist unsere Kost!“