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Der überlange Peter bleibt an seinem Platz am Ufer der Moskwa. (Foto: newsru.com)
Der überlange Peter bleibt an seinem Platz am Ufer der Moskwa. (Foto: newsru.com)
Montag, 15.11.2010

Peter-Denkmal bleibt stehen – und altes Moskau auch

Moskau. Der Moskauer Vizebürgermeister Wladimir Ressin gibt zu: Seine Idee, das riesige Denkmal für Peter I. zu verlegen, stößt wegen der Kosten auf wenig Gegenliebe. Stehen bleiben soll auch Moskaus historische Bebauung.

In der Öffentlichkeit komme die Idee nicht an, das 98 Meter hohe Peter-Denkmal des umstrittenen Bildhauers Surab Zereteli an einen anderen Platz zu verlegen, sagte Ressin am Montag im russischen Fernsehen.

„Die Frage wurde in der Öffentlichkeit diskutiert, und die Mehrheit sagt: Es steht ja nun mal da, und es sollten nicht Unsummen für eine Verlegung ausgegeben werden. Es gibt allerdings auch andere Meinungen“, so Ressin.

Populistisches Vorpreschen


Ressin hatte in seiner kurzen Zeit als Interimsbürgermeister – nach der Absetzung von Juri Luschkow – den Vorschlag gemacht, das Denkmal vom Ufer der Moskwa zu entfernen. Allerdings müsste der Stadthaushalt dafür ca. eine Milliarde Rubel (23,5 Millionen. Euro) aufbringen.

Bei Russland-Aktuell
• Große Abrissaktion: Kioske in Moskaus Zentrum vor Aus (09.11.2010)
• Anwohner blockieren Bauarbeiten aus Angst vor Einsturz (25.10.2010)
• Luschkow-Intimus Resin hofft auf dessen Nachfolge (06.10.2010)
• Peter der Grosse und Zeretelli folgen Luschkow (04.10.2010)
• Historisches Gebäude soll Blumenbeet Platz machen (31.08.2010)
Ressin gibt also die Niederlage seines populistischen Vorpreschens zu, macht sich stattdessen für den Erhalt des alten Moskau stark. Während unter dem geschassten Luschkow der Denkmalschutz oft das Nachsehen hatte, soll das Zentrum nun konserviert werden.

„Natürlich gibt es wenig Bauland, deshalb wächst die Stadt nach oben. Aber eins ist klar – das alte Moskau darf nicht angerührt werden. Das alte Moskau muss so bleiben, wie es heute ist“, sagt der alte und neue Bürgermeister-Vize.

Ressin bemüht sich offensichtlich um eine eigene neue Standortbestimmung. Unter Luschkow hatte er in der Moskauer Stadtregierung dem Komitee für den Erhalt historischer Gebäude vorgesessen, auf dessen Geheiß so mancher alter Bau abgerissen wurde, um modernen Geschäftszentren Platz zu machen.

70 Prozent der alten Bausubstanz kaputt


Die Moskauer Bewegung für den Denkmalschutz „Archnadsor“ glaubt derweil nicht an Ressins „wundersame Wandlung“. Es gäbe auch jetzt eine ganze Liste alter Gebäude, die offiziell zum Abriss freigegeben sind, so die Aktivisten.

Sie haben eine ernüchternde Statistik erstellt: 70 Prozent der alten Bebauung der russischen Hauptstadt ist bereits vernichtet. Im 20. Jahrhundert wurden 300 Denkmäler und etwa 3.000 historische Gebäude abgerissen.

Allein zwischen 1990 und 2006 verlor Moskau ca. 680 Architekturdenkmäler. Das „Rote Buch Moskau-2009“ verzeichnet für das letzte Jahr den Verlust von 250 alten Bauten – entweder sie wurden abgerissen oder sie fielen wegen Baufälligkeit selbst auseinander.



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Abendstimmung im neuen Petersburger Meeres-Passagierhafen. Die Saison hat gerade erst angefangen, die Piers sind noch fast alle leer. In wenigen Wochen wird sich das Bild ändern, denn mit Beginn der Weißen Nächste setzt der Kreuzfahrtschiff-Run auf die russische nördliche Hauptstadt ein. (Topfoto: Brammerloh/.rufo)



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