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| Ein Schandfleck für Moskau - meinen viele: das Denkmal für Peter den Grossen gegenüber von Kreml und Erlöser-Kathedrale (Foto: newsru.ua) | |
Montag, 04.10.2010
Peter der Grosse und Zeretelli folgen Luschkow
Moskau. Nach dem Sturz des Bürgermeisters beginnt jetzt wohl auch die Demontage eines der im wahrsten Sinne des Wortes herausragenden Symbole der Ära Luschkow: das etwa 100 Meter hohe Zeretelli-Denkmal für Peter den Grossen.
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Gefordert hatten viele Moskauer schon seit Jahren die Demontage. Vor 15 Jahren wurde sogar einmal vergeblich versucht, das Riesenmahnmal bei Nacht und Nebel zu sprengen.
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Jetzt stammt die Initiative von Wladimir Resin, dem kommissarischen Stadtoberhaupt, bisher Stellvertreter Luschkows und Leiter der Bauverwaltung in Moskau.
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Zu Besuch bei Zereteli
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Auf einer Planungssitzung der Stadtregierung habe Resin angeregt, darüber zu diskutieren, ob man "Peter den Grossen" nicht an einen anderen Ort verlegen könne.
Der Kluge lernt aus fremden Fehlern Auf das Gegenargument, von den dadurch entstehenden Kosten können man zwei Kindergärten bauen, soll Resin laut Interfax erwidert haben, der Kluge lerne von den Fehlern anderer.
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Tatsächlich waren "Peter der Grosse" und die Union von Bürgermeister Luschkow und Monumental-Bildhauer Surab Zereteli, der die gesamte Moskauer Innenstadt mit seinen Skulpturen garniert hatte, seit Jahren ein Stein des Anstosses. Befürworter dieser Kunstrichtung sei eigentlich nur die russische Buntmetallindustrie, in Dankbarkeit gegenüber ihrem grössten Abnehmer, hiess es.
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Surab Zeretelli (Zurab Tsereteli), am Ende der Sowjetzeit noch Inhaber eines Lehrstuhls für Monumentale Kunst in Tiflis, hatte das heutige Denkmal für Peter den Grossen (offizielle Bezeichnung: Denkmal zum 300-Jahrestag der Gründung der russischen Flotte) ursprünglich als Kolumbus-Denkmal zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas konzipiert.
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Weil niemand seinen Kolumbus haben wollte, tauschte Zeretelli den Kopf aus Da ihm aber weder Spanien, noch die USA noch irgendein lateinamerikanischer Staat die Mammutstatue abnehmen wollten, tauschte Zeretelli den Kopf aus - und installierte trotz heftiger Proteste der Moskauer Öffentlichkeit, aber mit offensiver Unterstützung Juri Luschkows und Boris Jelzins sein Werk gegenüber von Kreml und Christus-Erlöser-Kathedrale.
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Kaum ist Luschkow aus dem Amt, schlägt nun der Vorsitzende des Stadtplanungsausschusses der Stadtduma vor, das Denkmal zum Beispiel an den Nordhafen (am Leningradski Prospekt) zu verlegen. Allerdings, so Michail Moskwin-Tarchanow, müsse das Schicksal Peters erst in der Öffentlichkeit diskutiert werden.
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Lenkt die Diskussion über Zeretelli nur von Wichtigerem ab? Die Moskauer Bewegung zum Schutz von Architekturdenkmälern ArchNadsor befürwortet die Demontage, hält es aber für vordringlicher, jetzt ganz andere historische Denkmäler vor der Zerstörung zu schützen.
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In Moskau gibt es gegenwärtig ein Dutzend von historisch wertvollen Gebäuden, Adels- und Kaufmanspalästen, die für Neubauten abgerissen werden sollen. ArchNadsor verteidigt die Kulturdenkmäler- gegen die Baugenehmigungen aus der Baubehörde Wladimir Resins.
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