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Nicht nur die Abendsonne vergoldet diesen Wohnblock auf der Wassili-Insel. Das gleiche hat auch die Preisentwicklung in St. Petersburg getan. (Foto: ld/rufo)
Nicht nur die Abendsonne vergoldet diesen Wohnblock auf der Wassili-Insel. Das gleiche hat auch die Preisentwicklung in St. Petersburg getan. (Foto: ld/rufo)
Dienstag, 21.11.2006

Preiswachstum bei Immobilien kommt zur Ruhe

Moskau/St. Petersburg. Auf dem Immobilienmarkt kehrt langsam Ruhe ein: Nach zwei Jahren Wachstum steigen zumindest die Preise für Moskauer Plattenbauwohnungen nicht mehr weiter. Bessere Quartiere ziehen noch immer an.

Nach den Marktbeobachtungen des Institutes IRN.ru ist der Durchschnittspreis für Plattenbauwohnungen aus zweiter Hand in Moskau in der letzten Woche bei der Marke von 3.950 Dollar pro Quadratmeter zum Stillstand gekommen – und dies nach zwei Jahren permanenten Wachstums.

Nur volkstümliche Wohnungen werden nicht mehr teurer


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Die Preise haben sich in dieser Zeit verdoppelt. Am stärksten war das Preiswachstum im den letzten Jahreswechsel mit etwa 2 Prozent pro Woche. Nach wie vor steigen jedoch die Preise für Wohnungen mit höheren Qualitätsstandards. Experten der Branche rechnen hier weiter mit 30 bis 40 Prozent Preisauftrieb pro Jahr – während die schlichten Plattenbau-Wohnblocks aus Sowjetzeiten vermutlich nicht mehr teurer oder sogar leicht billiger werden. Auf diese schlichten Wohnungen entfallen aber 70 Prozent der Besitzerwechsel auf dem Moskauer Immobilienmarkt.

„Eine Wohnung in einem Wohnblock in Monolith-Bauweise in einem guten Viertel kostet 5.000 bis 5.500 Dollar pro Quadratmeter und eine Chruschtschowka 4.000 Dollar. Der Unterschied zwischen diesen Segmenten sollte noch größer sein“, so ein Immobilienmakler zur Zeitung „Kommersant“.

Letzter Nachhall der Preisexplosion in Petersburg


Auch aus St. Petersburg ist eine deutliche Beruhigung an der Wohnungspreis-Front zu vermelden: Zwar verbuchte die lokale Fachzeitschrift “Nedwishimost i stroitelstwo“ in ihrem letzten Preisspiegel für Oktober noch einen Preiszuwachs von 4 Prozent gegenüber dem Vormonat – doch gingen diese fast vollständig auf Kosten der ersten zwei Wochen. In der zweiten Monatshälfte seien die Preise in der Stadt nicht mehr gestiegen.

Ein Quadratmeter Petersburger Durchschnittswohnfläche aus zweiter Hand kostet gegenwärtig 2411 Dollar. Auch hier haben sich die Preise in letzter Zeit verdoppelt – allerdings nicht innerhalb von zwei Jahren wie in der Hauptstadt, sondern im Verlauf von nur einem halben Jahr seit April: Höhepunkt der Preisexplosion war der August, in dem Petersburger Immobilien um volle 20 Prozent teurer wurden.

Preise schossen in den Himmel – und der Markt schaute nur noch zu


Nun scheint diese für den Immobilenmarkt letztlich tödliche Entwicklung zum Stillstand gekommen zu sein - während die Zahl der verkauften Wohnungen wieder signifikant ansteigt: Im Oktober gab es ein Drittel mehr Verträge als im September.

Während der Preisexplosion hatte die Zahl der real abgewickelten Verkäufe rapide abgenommen – was nicht unbedingt für einen „Boom“ im eigentlichen Sinne sprach: Die Verkäufer hofften, nur durch pures Abwarten um ein paar Wochen vielleicht noch ein paar zehntausend Dollar mehr zu erzielen - während vielen Interessenten schlichtweg die finanzielle Puste ausging.

Einen eindeutigen und nachvollziehbaren Grund für die Preisexplosion auf dem Petersburger Immobilienmarkt konnten dabei auch Leute vom Fach kaum nennen - außer, dass wegen des G8-Gipfels und den begonnenen Umzugs von Moskauer Großunternehmen an die Newa (mit einem damit verbundenen Käuferzufluss aus der Hauptstadt) sich die Immobilienpreise in diesem Jahr den Moskauern anzunähern versuchten. Denn vielen hinreichend liquiden Moskauern oder Bewohnern der russischen Ölregionen schienen die zunächst noch „dezenten“ Petersburger Preise angesichts der Höhe der Moskauer Tarife noch immer sehr attraktiv.

(ld/rufo)


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... und in der Ferne glänzen die goldenen Kreml-Kuppeln vor dem Winterpanorama der Stadt Moskau. Das historische Moskau, das "Goldköpfige" genannt, hatte 40x40 goldene Kirchenkuppeln. ( Topfoto: mig/.rufo)

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