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Weil in Moskau die psychologischen Erkrankungen zunehmen, hat die Stadtregierung die Hilfsstelle im Oktober eingerichtet. 25 Psychologen arbeiten in dem dreistöckigen Gebäude, in dem früher das Arbeitsamt untergebracht war. Wie Schatilo gegenüber moskau.ru sagte, ist die Eröffnung von zehn weiteren Filialen in diesem Jahr geplant.
„Die meisten Patienten kommen mit Familienproblemen, Depressionen oder Angsterkrankungen zu uns“, erklärt Schatilo. Viele Moskauer können den Verlust von Sicherheit, die soziale Polarisierung und die uneingeschränkte Gewaltdarstellung im Fernsehen nicht verarbeiten. „Die Leute haben Angst, mit der neuen Zeit nicht mithalten zu können.“
Auch der Alltag in der Megastadt wird für viele zum unüberwindlichen Problem. Die ständig überfüllten Verkehrsmittel beispielsweise lösen bei vielen Passagieren häufig Angstgefühle und Aggressionen aus. „Immer mehr Moskauer trauen sich nicht, mit der Metro zu fahren“, sagt Schatilo.
Genaue Zahlen über die Kosten des Dienstes sind nicht zu erfahren. Wer das Gebäude betritt, sieht aber sofort, dass bei dem Projekt nicht gespart wurde. Allein das Antistresszimmer hat nach Schatilows Angaben 40.000 USD gekostet. Die Psychologen verdienen mit 8.000 bis 10.000 Rubeln deutlich mehr als im sozialen Bereich in Russland üblich.
Das Gebäude ist gründlich renoviert worden, in den Behandlungszimmern stehen bequeme Ledersessel - in gedeckten Farben, „weil das eine beruhigende Wirkung hat“, erklärt Schatilow. Kein Vergleich mit der spartanischen Ausstattung russischer Krankenhäuser und Polikliniken.
Das Angebot wird von der Bevölkerung bereitwillig angenommen. Die Termine sind auf drei Wochen im Voraus ausgebucht. Dabei ist die Akzeptanz von Psychotherapien in Russland weit niedriger als in westlichen Ländern. „Die Schwelle, bei uns anzurufen ist immer noch sehr hoch,“ erklärt Schatilo. „Die meisten Menschen versuchen ihre Probleme selbst zu lösen, im Gespräch mit Freunden oder auch mit Alkohol.“
(mb/.rufo)
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