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| Moskauer Polizisten sind gut geübt im Strafen-Kassieren (Foto: Djatschkow/.rufo) | |
Mittwoch, 23.03.2005
Reiten ohne entsprechende Übung in Moskau verboten
Moskau. Das Stadtparlament in Moskau hat einen neuen Strafkatalog entworfen. Fortan sollen die Bürger der Stadt kräftig zur Kasse gebeten werden - für elementare Vergehen wie das Werfen von Müll aus fahrenden Autos oder das Mitführen von Hunden auf den Friedhof. Nur eine Instanz begrüßt den Gesetzesentwurf: die Miliz.
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Eins muss man der für den Strafkatalog verantwortlichen Arbeitsgruppe lassen: An Phantasie mangelt es ihr nicht. Zwar sollte man meinen, es gebe in Moskau bereits genug Wege, das Gesetz zu brechen. Der neue Entwurf des Stadtparlamentes belegt jedoch eindrucksvoll das Gegenteil.
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Schwarzfahren nun doppelt gefährlich
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Der unversichtige Umgang mit Gegensprechanlagen und Aufzügen ist von nun an eine Ordnungswidrigkeit. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist nur noch zu Silvester erlaubt. Besonders kurios sind aber die neuen Regeln für die Nutzung von Bussen: Fordert nämlich künftig ein Fahrkartenkontrolleur einen Schwarzfahrer zum Aussteigen auf, macht er sich strafbar. Andererseits bricht widerum der Fahrgast das Gesetz, wenn er den Bus nicht umgehend verlässt.
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Pöbeln wird bald unerschwinglich
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Wer sich Bürgern der Stadt in Zukunft aufdringlich nähert, kommt mit einer Strafe von 100 bis 300 Rubeln (2,80-8,30 Euro) noch glimpflich davon. Teurer wird es schon, Staats- und Milizvertreter zu beschimpfen: Hier blecht der Straftäter 2.000 bis 5.000 Rubel (55,40-138,50 Euro).
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Ein angenehmer Nebenverdienst für diensteifrige Milizbeamte. Besonders, weil bei dieser Palette neuer Vergehen niemand den Überblick behalten kann. Und es im Ermessen des Milizionärs liegt, zu beurteilen, welcher Reiter etwa gekonnt genug sein Ross besteigt. Ungeübtes Reiten zu Pferde ist nämlich ab sofort auch verboten.
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Ausdrückliches Ziel des neuen Strafkatalogs ist nach Aussage des Staatsparlamentes ein verbesserter Schutz der Bürgerrechte. Sollte der Entwurf verabschiedet werden, läuft aber auch der gesetzestreueste Moskauer bald Gefahr, sich ungewollt strafbar zu machen. Und das wird dann, wie so vieles in der Hauptstadt, richtig teuer.
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(aj./rufo)
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