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| Der Räumdienst wird mit den Schneemassen in Moskau derzeit kaum fertig (Foto: Ballin/.rufo) | |
Montag, 22.02.2010
Schneelawine überrollt „Wettergott“ Luschkow
André Ballin, Moskau. Bürgermeister Juri Luschkow hatte einen Traum: Moskau sollte im Winter schneefrei sein. Mit Flugzeugen wollt er Jagd machen auf die Schneewolken. Nun wurde der Wettergott eingeschneit.
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Unter der Mütze, die Juri Luschkows Glatze bedeckt, mag folgende Phantasie herumgespukt haben: Eine dunkle Front an bösen Schneewolken steuert langsam auf Moskau zu. Da taucht plötzlich ein Suchoi-Kampfjet am Horizont auf. Einem Adler gleich, der einen Schwarm Enten auseinanderjagt, stürzt er sich auf die Wolken.
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Er wirft einen Zementsack ab und schwupps ist die erste Wolke verschwunden. Ein zweiter Zementsack löst die nächste Wolke auf und so geht es unerbittlich fort. Nach zehn Minuten verschwindet der russische Kampfjet am wolkenlosen Himmel. Einzig der Triumphmarsch „Proschanije Slawjanka“ (mit dem im II. Weltkrieg die russischen Soldaten an die Front verabschiedet wurden), zeugt noch von dem gerade siegreich bestandenen Kampf der Moskauer Stadtverwaltung gegen die Naturgewalten.
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900 Kilometer Stau in Moskau Soweit zur Phantasie. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. So hat dieser Winter bisher wohl fast alle Wetterrekorde gebrochen und nebenbei die Stadt Moskau schon mehrfach paralysiert. Schon im Dezember sorgte ein gewaltiges Schneechaos für einen Stau von über 900 Kilometer Länge in Moskau.
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Der sanft fallende Schnee wirkt daher nur bei wenigen Autofahrern beruhigend. Die meisten reagieren äußert genervt auf das Verkehrschaos in Moskau. Opfer dieser Anspannung wurden nicht zuletzt die Moskauer Räumdienste. Ein Schneepflug-Fahrer wurde in diesem Winter sogar schon erschossen, weil ein Polizeioffizier meinte, einen Bagatellschaden mit der Waffe rächen zu müssen.
Feiertag sorgt für Schadensbegrenzung an der Wetterfront Nun haben erneut Schneewolken die Lufthoheit an Moskaus Himmel erkämpft. Über einen halben Meter Neuschnee hat es innerhalb von zwei Tagen gegeben. Bis zum Abend soll es noch schneien.
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Glücklicherweise feiern die Russen morgen den „Tag des Vaterlands-Verteidigers“ und so hat das ganze Land von Samstag bis Dienstag frei. Der Berufsverkehr fällt aus, die Russen können das Schneetreiben gelassen hinter den Scheiben ihrer geheizten Wohnungen verfolgen und daher wollen auch wir nun einen weißen (Schnee-)Mantel des Schweigens über die Realisierung der Pläne Luschkows decken.
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