Mittwoch, 18.08.2004

Sind Wolkenkratzer in Moskau Feuerfallen?

Brennendes Haus in Moskau; Foto: www.newsru.com
Beim Bau der neuen Moskauer Wolkenkratzer haben die Behörden offenbar gravierende Sicherheitsmängel toleriert. Die neugebauten Hochhäuser sind nach Meinung des Stadtabgeordneten Juri Popow eine Gefahr für alle Bewohner und die Menschen, die in ihnen arbeiten. Einige Gebäude seien viel zu hoch, um sie im Brandfall zu evakuieren und Feuer zu löschen.
In den letzten Jahren wurde nach Meinung des Stadtabgeordneten viel geschludert. So wurden Wolkenkratzer praktisch in den Himmel gebaut, ohne dass es überhaupt bautechnische Sicherheitsbestimmungen für Hochhäuser gebe. Auch seien weder Feuerwehr, Katastrophenschutz noch FSB nach ihrer Meinung gefragt worden. Nun fehlen in vielen Hochhäusern Feuermelder, externe Fluchtwege und weitere Schutzmaßnahmen.

Dies ist aller Wahrscheinlichkeit auf das Fehlen von Vorschriften zurückzuführen, die Bau, Sicherheit und Fluchtsituation der Moskauer Wolkenkratzer regeln. An einem solchen Regelwerk arbeiten die Mitarbeiter der Architektur- und Baubehörde unter Wladimir Ressin gerade erst. Ressin verteidigte die Baupolitik der letzten Jahre und sagte gegenüber der Zeitung „Wremja Nowostej“: „Kein einziges Gebäude in Moskau kann ohne Vorhandensein der notwenigen Dokumente und Abnahme der Sicherheitsvorschriften gebaut werden“. Dem stimmt auch der Moskauer Stadtarchitekt Alexander Kusmin zu.

Trotzdem ist Popow der Meinung, dass die Stadtväter Moskaus vielen zweifelhaften Projekten in den vergangenen Jahren zugestimmt haben. Sollte es in diesen Gebäuden zum Ausbruch eines Feuers kommen, fürchtet Popow: „Die Leute werden nicht verbrennen, sondern ersticken, denn in vielen Gebäuden fehlen einfach die nötigen Fluchtwege.Und die nötige Spezialtechnik solche Unfälle zu vermeiden oder zumindest Schaden zu begrenzen haben wir auch nicht.“

(cu/.rufo)