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| Der Sänger Saur Tutow, Kulturminister der Kaukasusrepublik Kabardino-Balkarien wurde mit Kieferbruch ins Krankenhaus eingeliefert (Foto: NTW) | |
Montag, 03.04.2006
Skinheads verprügeln Kulturminister und Journalist
Moskau. Während Gerichte in Russland Skinheads und Neonazis wegen Totschlags und rassistischer Überfälle hinter Gitter schicken, schlugen Glatzköpfe am Wochenende in Moskau einen Kulturminister und einen Journalisten zusammen.
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Prominentestes Opfer rassistischer Skinheads wurde am späten Sonntagabend der Kulturminister der russischen Kaukasusrepublik Kabardino-Balkaria, der aus Sowjetzeiten landesweit bekannte russische Volkssänger Sa’ur Tutow. Wenige Stunden später wurde der Fernsehjournalist Elchan Mirsojew wegen seines südländischen Aussehens in der Metro zusammengeschlagen.
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Tutow hatte versucht, eine Gruppe Jugendlicher aufzuhalten, die im Foyer eines Kulturhauses am Budjonny-Prospekt in Moskau randalierten. Tutow und seine Ehefrau wollten ihre Tochter aus dem Haus abholen, in dem ein Abend kaukasischer Volkstänze stattgefunden hatte. Die Teilnehmer des Tanzabends wurden von 15 kahl geschorenen Jugendlichen mit Rufen wie „Russland den Russen“ oder „Haut ab in eure Bergdörfer“ angegriffen.
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Russland den Russen
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Tutow versuchte den Jugendlichen zu erklären, dass er mindestens so russisch sei, wie sie auch. Im Ergebnis wurde der Kulturminister und Sänger mit einem Kieferbruch und Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert. Auch andere Mitglieder des Tanzensembles wurden verletzt.
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Tutow und andere Augenzeugen beklagen, dass die Miliz auf Notrufe nicht reagiert habe. Die Ordnungshüter seien trotz zahlreicher Anrufe per Mobiltelefon erst sehr spät gekommen und hätten keine Anstalten gemacht, die Angreifer zu stellen. Ein Sprecher der Miliz erklärte nach Agenturberichten, die Polizei sei erst zwei Stunden nach dem Vorfall alarmiert worden.
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Miliz reagiert nicht auf Notrufe
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Die Regierung der Kaukasusrepublik Kabardino-Balkarien protestierte noch am Sonntagabend gegen den rassistischen Überfall und forderte von der moskauer Innenbehörde, die Schuldigen müssten gebührend bestraft werden.
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Wenige Stunden nach dem Überfall auf Tutow wurde der Fernsehjournalist Elchan Mirsojew Zielscheibe eines Skin-Überfalls. Eine Gruppe von Bierflaschen bewaffneten Skinheads, die an der Metrostation „Kulturpark“ in den letzten Metrozug eingestiegen waren, erklärte dem kaukasisch aussehenden NTW-Mann, dass es für ihn keinen Platz in Russland gebe.
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Kein Platz für Kauklasier ? Als einer aus der Gruppe ihm auch noch Bier über den Kopf goss, schlug Mirsojew zurück. Nach seinen eigenen Angaben zertrümmerten die Randalierer daraufhin einige Bierflaschen auf seinem Kopf und warfen ihn an der nächsten Metrostation aus der U-Bahn.
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Demonstration für freien Waffenbesitz zur Selbstverteidigung
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Ebenfalls am Sonntag hatten am Moskauer Puschkin-Platz zwei Dutzend Menschen für das Recht auf freien Waffenbesitz demonstriert. Das Tragen von Pistolen und Revolvern müsse zur Selbstverteidigung und Notwehr erlaubt werden.
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Zu milde Urteile gegen Neonazis und Rassisten?
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In der vergangenen Woche waren in St.Petersburg Jugendliche des Rowdytums schuldig gesprochen worden, die vor zwei Jahren Herbst ein erst 14-jähriges Mädchen aus Tadschikistan zu Tode geprügelt hatten. Wenig später wurde in St.Petersburg eine neunjährige Mulattin im Hauseingang von zwei Männern niedergestochen.
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Für 13 Jahre hinter Gitter muss Alexander Kopzew, der mit einem Jagdmesser bewaffnet in der Moskauer Synagoge ein Blutbad angerichtet hatte. Das Urteil wurde in der russischen Öffentlichkeit kritisiert, weil die Richter den Straftatbestand der Aufhetzung zum religiösen Hass nicht als erwiesen ansahen und darum das Strafmaß noch relativ mild ausfiel. (mig/.rufo)
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