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Die Moskauer Metro ist 75 Jahre alt. In den alten Stationen ein Sicherheitssystem zu installieren, ist nicht einfach (Foto: Ballin/.rufo)
Die Moskauer Metro ist 75 Jahre alt. In den alten Stationen ein Sicherheitssystem zu installieren, ist nicht einfach (Foto: Ballin/.rufo)
Mittwoch, 30.06.2010

Sprengstoffsensoren in Moskauer Metro aufgestellt

Moskau. In der Moskauer U-Bahn-Station Belorusskaja sind die ersten Sprengstoffsensoren aufgestellt worden. Der Katastrophenschutz will so Anschläge wie im März verhindern. Damals kamen 40 Menschen ums Leben.

Zwei Selbstmordattentäterinnen hatten Ende März an den Stationen Lubjanka und Park Kultury (früher Gorki Park) Sprengsätze gezündet und damit ein Blutbad ausgelöst.

Miliz und Geheimdienste gerieten anschließend unter Beschuss, da sie von Vorbereitungen zu einem größeren Anschlag in Moskau Kenntnis hatten und die Attentate dennoch nicht verhindern konnten.

Kreml fordert mehr Sicherheitsmaßnahmen


Russlands Präsident Dmitri Medwedew forderte, die Sicherheit in der Metro deutlich zu erhöhen. Der russische Katastrophenschutz probiert nun ein neues Sicherheitssystem in der U-Bahn aus.

Bei Russland-Aktuell
• Video mit Moskauer Metro-Attentäterin aufgetaucht (21.06.2010)
• Krise unter Tage: Moskauer Metro baut langsamer (12.05.2010)
• Metro-Bomben: Vater erkennt in Tochter Attentäterin (05.04.2010)
• Metro-Bomben: Miliz hatte Terror-Warnung bekommen (30.03.2010)
• Terror in Moskau: Doppel-Anschlag auf die Metro (29.03.2010)
Getestet wird zunächst in der Metrostation Belorusskaja (auf der Ringlinie). Dort seien Sensoren aufgestellt worden, die auf "Chlor, Kohlensäuregas, militärische Giftstoffe und radioaktive Strahlung" reagieren, erklärte der Chef des Moskauer Zivilschutzes Wladimir Mirotschizki.

Metalldetektoren wenig effizient


Die Forderung nach der generellen Aufstellung von Metalldetektoren wie in Flughäfen lehnt der Experte allerdings ab.

"Metalldetektoren kann man nicht überall aufstellen. Sie reagieren nicht nur auf Waffen, sondern auf jedes Metall: Schlüssel, Werkzeuge, Kleingeld und Handys. Dann klingelt es bei jedem zweiten Passagier. Aber es ist nicht generell ausgeschlossen, dass irgendwo Metalldetektoren doch noch auftauchen", sagte Mirotschizki.

Sprengstoffsensoren auf dem Prüfstand


Wie effizient die Sprengstoffsensoren arbeiten, wollen die Behörden in den nächsten Wochen prüfen. Nach Angaben Mirotschizkis sollen die Sensoren auch in riesigen Menschenmengen aufspüren können, wer Sprengstoff bei sich hat.

Die Information soll dann an die Sicherheitsdienste (Miliz, U-Bahn-Polizei und FSB) geleitet werden, die operativ entscheiden müssen, was zu tun ist.

Alte Stationen mit Sicherheitslücken


Absolute Sicherheit garantieren können aber auch die neuen Detektoren wohl nicht - umso mehr, da es schwer sei, sie in allen Stationen zu installieren, wie Mirotschitzki einräumt. Insbesondere bei den älteren Stationen muss die Lösung jeweils im Einzelfall gefunden werden, sagte er.
Ein weiterer Schritt zur Erhöhung der Sicherheit ist daher die vermehrte Anbringung von Überwachungs-kameras. Bis zum Jahresende sollen 100.000 neue Kameras installiert werden.


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