Moskau im Herzen oder zumindest auf den Lippen und Luftballons in der Hand. Der Stadtgeburtstag war gut organisiert (Foto: Biesemeier/.rufo)
Montag, 03.09.2007
Stadtgeburtstag: „Moskau, Du bist in unseren Herzen“
Moskau. Tausende Moskauer und Touristen spazierten am Wochenende über die Straßen im Auto freien Zentrum. Das Stadtjubiläum lockte viele zu Konzerten, Ruder-Wettrennen und Tanzveranstaltungen unter blauem Himmel.
Die Vorarbeit der „Wetter-Bomber“ machte sich am frühen Samstagnachmittag bemerkbar. Plötzlich brach die dichte Wolkendecke über Moskau auf und die Sonne kam zum Vorschein. Wie bei Großveranstaltungen der Stadt üblich und wie auch diesmal vorher angekündigt, hatte die Stadt im Moskauer Umland Flugzeuge aufsteigen lassen, die durch das Sprühen von Trockeneis für schönes Wetter sorgten.
Russland, Russland!
Zu dieser Zeit bummelten bereits tausende junge Moskauer und auch Familien durch das Zentrum der Moskauer Hauptstadt. Sie machten vor einer der zahlreichen Bühnen mit Musik- und Tanzdarbietungen halt oder ließen sich einen Kwas oder Kaffee an einer der Buden oder im Straßencafé schmecken.
Wo fahren sie denn , ja wo fahren sie denn hin, mein Gott? Hach ist die Moskwa schön blau, möchte hier jeder Loriot-Fan rufen (Foto: Jahn/.rufo)
Als ein Höhepunkt des „Djen goroda“, des Stadtjubiläums, war das Wettrennen zwischen den Ruder-Achtern aus Moskau, den britischen Universitätsstädten Cambridge und Oxford und dem US-amerikanischen Washington auf dem Moskwa-Fluss angekündigt worden. Bereits Stunden vor dem für 20.00 Uhr angesetzten Zieleinlauf in Höhe der Schokoladenfabrik „Krasny Oktjabr“ säumten hunderte Schaulustige das rechte und linke Flussufer.
„Russland, Russland!“, skandierten die zahlreichen Fans als die vier Booten mit Begleittross schließlich in Höhe des Gorki-Park auftauchten, sich immer schneller näherten und schließlich pfeilschnell am Publikum vorbei rauschten. Die später stattfindende Siegerehrung konnten die Redakteure von Russland-Aktuell leider nicht mehr abwarten.
Am Sonntag gehörte das Moskauer Zentrum dann den Studenten. Einen Tag nach dem „Djen snanija“, dem Tag des Wissens, feierten sie ihren Semesterbeginn. Fröhlich und gut gelaunt, begleitet von vielen Schaulustigen an den Straßenrändern, zogen sie mit Luftballons und unter Rufen über die Twerskaja-Straße, die Bolschaja Poljanka bis zum Gorki-Park.
Mit Transparenten drückten die nach verschiedenen Fakultateten geordneten Studenten ihre Verbundenheit mit der Stadt aus. „Moskau, Stadt der Studenten“, oder „Moskau, Du bist in unseren Herzen“ war dort unter anderem zu lesen. Dem diesjährigen Schwerpunkt der 860 Jahre jungen Jubiliarin entsprechend trugen sie auch Spruchbänder, auf denen zu lesen war: „Die Jugend von heute ist die Welt von morgen“.
Nicht-Akademiker müssen draußen bleiben
Einziger Kritikpunkt an der Organisation des bunten sonntäglichen Treibens: Wer keinen Studentenausweis besaß – und das war am Sonntag dennoch die Mehrheit im Moskauer Zentrum – der wurde mehrere Stunden lang nicht auf die Twerskaja-Straße gelassen.
Hunderte Festtagsbesucher mussten also stundenlang vor den Absperrungen warten, bevor sie ihren Spaziergang durch die Innenstadt fortsetzen konnten. Eine Regelung über deren Änderung sich die Organisatoren für zukünftige ähnliche Veranstaltungen dringend Gedanken machen müssen.
(abi/cj/.rufo)
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