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| Valeri Garkalin (links) und Alexander Andijenko als Neurotiker; Foto: Theater Tschelowek | |
Freitag, 16.01.2004
Striptease: Entscheidung kostet das letzte Hemd
Moskau. Gehen oder nicht gehen, das ist hier die Frage. Eine Entscheidung, die den zwei Neurotikern in dem Theaterstück „Striptease“ unglaublich schwer fällt. Auch der Zuschauer muss sich entscheiden: tiefe Philosophie oder köstlicher Spaß. Nackte Frauen sind nicht zu sehen, dafür zwei umwerfend gute Schauspieler. Gefangen in einem Raum, weil draußen das Unbekannte lauert, das schließlich seinen Tribut fordert.
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Trauen Sie sich auch nicht in den Nebel, weil er ihre Sichtweite beeinträchtigt? Gehen Sie „immer den gleichen, genau vorausberechneten Weg zu einem vorher genau bekannten Ziel mit einer genau definierten Absicht“? Dann können Sie die Psyche der beiden Neurotiker nachvollziehen, die bei „Striptease“ auf der Bühne stehen. Die Männer haben Schwierigkeiten damit, ein Zimmer zu verlassen. Dies drücken sie durch ihre unverständlichen, gestotterten Wortfetzen und noch mehr durch ihre grotesken Gesichtsverrenkungen aus.
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| Szene aus |
Die Akteure finden auch philospohische Ausreden für ihre Entschlusslosigkeit. Krampfhaft in den Stuhl gepresst murmelt der Schauspieler von „innerer Freiheit“. Die könne er nur bewahren, solange er vor einer Wahl stehe, nachdem er sich entschieden habe, sei sie verwirkt.
Die Unterwürfigkeit, mit der sich die beiden schließlich dem Willen einer überdimensionalen Hand unterordnen, ist verblüffend. Ein ausgestreckter Zeigefinger reicht aus, um sie zur Abgabe von Kleidungsstücken zu bewegen. Dennoch erweckt das Stück nicht Mitleid, sondern Heiterkeit bei den Zuschauern. Die so auch beabsichtigte Reaktion wird durch die Meisterleistung der beiden Schauspieler Alexander Andrijenko und Valeri Garkalin (auch Filmschauspieler) in unzähligen Wortgefechten, Selbstgesprächen sowie durch ihre Körpersprache hervorgerufen.
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| Theater Tschelowek |
Skatertny pereulok 23A
nächste Metro: Arbatskaja
Tel: 291-1656 |
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Das Stück „Striptease“ läuft im Theater „Tschelowek“ einmal monatlich. Nächste Vorstellung ist am 16. Februar um 19:00 Uhr. Die Karten kosten 300 Rubel.
(ab/.rufo)
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