Dienstag, 01.07.2008

Umbau: Kinder-Kaufhaus „Detski Mir“ zwei Jahre zu

Im Detski Mir gibt es alles, was das Kinderherz begehrt
Moskau. Das Kinder-Kaufhaus „Detski Mir“ bleibt die kommenden zwei Jahre geschlossen. Grund: Umfangreiche Umbauarbeiten. Am Ende soll ein modernes Kauf- und Vergnügungszentrum eröffnen.
Jahrzehntelang gehörte das Kinder-Kaufhaus „Detski Mir“ (Kinder Welt) zu den Moskauer Sehenswürdigkeiten, genauso selbstverständlich wie Kreml, Roter Platz oder Basiliuskathedrale. Auf sechs Etagen gab es in Hülle und Fülle alles, was Kinder-Herzen höher schlagen lässt:

Paradies für die Stöpsel


Meterhohe Regale mit hunderten von Teddybären, Plastiksoldaten neben Barbiepuppen, die Holzeisenbahn neben dem Kinderfahrrad mit Stützrädern. Außerdem: Kinderkleidung, -schuhe und dazwischen immer wieder Stände mit Eis und anderen Leckereien. Kurz: Ein Paradies für Kinder, die die Eltern aber wahrscheinlich besser nicht mit zum Einkauf nahmen.

Das Traditionshaus wird jetzt für zwei Jahre geschlossen. Investoren haben das Gebäude erworben und werden es von Grund auf modernisieren: Nur die Fassade soll vom alten „Detski Mir“ erhalten bleiben – sie wurde 2006 unter Denkmalschutz gestellt. Der gesamte Kern wird abgerissen und neu aufgebaut.

Noch mehr Verkaufsfläche


Durch die Umwandlung von Lagern kann die Verkaufsfläche von 57.000 Quadratmetern auf 74.000 Quadratmeter vergrößert werden. Der Innenraum des Kaufhauses wird mit Glas überdacht. Im Untergeschoss wird ein Parkhaus eingerichtet. Aufzüge und Rolltreppen sowie die Kommunikations-Technik werden vollständig ersetzt.

Das alte Profil des Warenhauses soll teilweise erhalten bleiben: Zwei Etagen bleiben der Kinderbekleidungs- und Spielzeug-Kette „Detski Mir“ vorbehalten. Drei weitere Etagen werden an andere Handelsunternehmen mit dem Schwerpunkt „Kinder und Familie“ vermietet. Auf dem Obergeschoss wollen die Investoren ein „Vergnügungszentrum“ einrichten mit Kinos, Kinderspielplätzen und Restaurants.

80 Prozent des Gebäudes in bedenklichem Zustand


Das Kaufhaus „Detski Mir“ wurde im Sommer 1957 eröffnet. Wegen des breiten Angebots an Kinderschuhen, -kleidung und Spielzeug zog es Käufer aus allen Teilen des Landes an. In den 70er und 80er Jahren gab es in dem Kaufhaus Importwaren, etwa aus Finnland, der Tschechoslowakei oder Japan.

Eine Untersuchung der Bausubstanz im Jahr 2004 ergab, dass 30 Prozent des Gebäudes in einem gefährlich schlechten Zustand sind. Weitere 50 Prozent waren ebenfalls in keinem guten Zustand mehr.