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Kadett Nikita will keine grundlegenden Änderungen im Staatsaufbau Russlands. (Foto: kurizina/.rufo)
Kadett Nikita will keine grundlegenden Änderungen im Staatsaufbau Russlands. (Foto: kurizina/.rufo)
Sonntag, 17.02.2008

Umfrage: Längere Amtszeit für den Präsidenten?

Moskau. Abgeordnete der Partei “Einiges Russland” hoffen erneut darauf, die Amtszeit des Präsidenten zu verlängern. Darf die Verfassung geändert werden? Braucht Russland eine Monarchie? Russland-Aktuell hörte sich um.

Wladimir, Bauunternehmer

Wie lange dauert denn heute die Amtszeit, vier Jahre? Das reicht aus. Auch wenn Putin das wollte, dürfte das nichts ändern, das Gesetz steht doch über allem. Und wir brauchen natürlich keine Monarchie. Vor allem, weil es eben keine Monarchen gibt. Die letzten wurden vor 90 Jahren ausgerottet, und heute könnte keine andere Person legitim aufgestellt werden. Lieber die Reformen der letzten Jahre weiter durchsetzen.

Jewgenia interessiert sich nicht für Politik, will nur vernünftig leben können. (Foto: kurizina/.rufo)
Jewgenia interessiert sich nicht für Politik, will nur vernünftig leben können. (Foto: kurizina/.rufo)
Jewgenija, Hausfrau

Fragen Sie jemand anderen, mir ist es völlig uninteresant, ob der Präsident vier, fünf oder sieben Jahre regieren wird. Hauptsache, dass es sich gut leben ließe.

Semjon, Ingenieur in einem Forschungszentrum

Ich neige zu der Meinung, dass eine solche Verfassungsänderung uns eher gut tun würde. Heute wird der Staatschef etwas zu oft abgelöst, denn das führt jedes Mal zu bedeutenden Änderungen auch auf anderen hohen Posten. Eben hat ein Präsident sein Umfeld gebildet, und schon müssen sie alle wieder weg. So kommt es nie zu einer stabilen Arbeit. Auch in der Monarchie sehe ich nichts Traditionswidriges für Russland. Zwar hat eine konstitutionelle Monarchie nicht allzu lange bei uns existiert. Russland ist aber auf jeden Fall weder Westen noch Osten. Deshalb ist es in Ordnung, wenn wir einen eigenen Entwicklungsweg gehen.

Juri sagt: Vier Jahre reichen! (Foto: kurizina/.rufo)
Juri sagt: Vier Jahre reichen! (Foto: kurizina/.rufo)
Juri, Ingenieur

Vier Jahre sind durchaus genug, um etwas bewegen zu können. Und wenn der Präsident sich als würdig erweist, wird er für weitere vier Jahre gewählt. Und Monarchie – warum nicht? Russland hat doch sehr lange mit den Zaren gelebt. Wenn wir es nur richtig anpacken könnten, dann hätten die Menschen wohl nichts dagegen, denke ich. Aber die Aufgabe jeder Regierung ist es in jedem Fall, dem Volk Gutes zu tun und eine normale Zivilgesellschaft aufzubauen. Bislang haben wir weder das eine noch das andere. Und mit welcher Staatsform dies erreicht werden kann, spielt meiner Meinung nach keine Rolle.

Bei Russland-Aktuell
• Russischer Präsident: Wird Legislatur-Periode verlängert? (15.02.2008)
• Putin stellt seiner Amtszeit ein gutes Zeugnis aus (08.02.2008)
• Russische Verfassung seit 14 Jahren unverändert (12.12.2007)
Nikita, Kadett der Suworow-Militärschule

Ich habe auch selbst schon mal darüber nachgedacht, weiß aber wirklich nicht, was für uns besser wäre. Denn vieles hängt natürlich davon ab, wer zum Präsidenten gewählt wird. Aber ich wünsche Russland keine ernsten Änderungen im Staatswesen Meine Aussichten stimmen mich auch heute optimistisch, und das können wohl noch viele andere von sich sagen.

Tatjana, Rentnerin

Nein, wir brauchen keine Verfassungsänderungen. Auch Putin teilte bereits mehrmals mit, dass zwei vierjährige Fristen ausreichen. Umso mehr brauchen wir keine Monarchie. Obwohl mir als Rentnerin beim heutigen Staatswesen natürlich noch vieles fehlt, und Korruption und Armut sind immer noch da. Unter einer autoritären Macht könnten sich diese Probleme aber nur vermehren.

Alexej, Rentner

Jede Änderung im Staat muss ein besseres Leben für seine Bürger zum Zweck haben. Ich zweifle aber, ob die Verfassungsänderung oder ein Regimewechsel zu einem solchen Resultat führen könnten. Ich bin jetzt 78 Jahre alt und habe schon sieben Staatschefs erlebt.

Glauben Sie mir, das Motto eines jeden von ihnen war – Wohlstand in 20 Jahren. Und wenn ich heute Medwedew dasselbe reden höre, und Mironow für diesen Zweck schon wieder eine längere Präsidentschaftsdauer vorschlägt, kann ich keinen Enthusiasmus mehr empfinden.



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Abendstimmung im neuen Petersburger Meeres-Passagierhafen. Die Saison hat gerade erst angefangen, die Piers sind noch fast alle leer. In wenigen Wochen wird sich das Bild ändern, denn mit Beginn der Weißen Nächste setzt der Kreuzfahrtschiff-Run auf die russische nördliche Hauptstadt ein. (Topfoto: Brammerloh/.rufo)



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