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| Vom Ausbruch der Vogelgrippe lassen sich die Hauptstadtbewohner den Appetit nicht verderben. Die Imbissbuden-Verkäufer können jedenfalls keinen Absatzrückgang feststellen (Foto: Jahn/.rufo). | |
Montag, 19.02.2007
Umfrage: Vogelgrippe in Moskau – einfach länger braten!
Moskau. In Moskau ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Seuchenherd soll der Vogelmarkt am Autobahnring MKAD sein. Russland-Aktuell fragte nach den Auswirkungen auf das Geschäft von Händlern und Imbissbesitzern.
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Jelena, Katzenverkäuferin auf dem „Vogelmarkt“: Wegen der Vogelgrippe werden wir bestimmt viele Kunden verlieren. Nicht weil die Leute Angst vor der Seuche hätten, sondern weil in den Medien seit gestern beharrlich berichtet wird, der ganze Markt sei geschlossen. Diejenigen, die sich keinen Vogel, sondern ein anderes Haustier kaufen wollten, befürchten einfach, vergeblich anzureisen. Heute Vormittag hatte ich zum Beispiel nur eine einzige Käuferin, das erlebe ich hier zum ersten Mal!
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Ich sehe aber keinen Grund, wegen des Virus selbst in Panik zu geraten. Das ist doch keine Tröpfcheninfektion, oder?
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Natalja, Papageienverkäuferin auf dem „Vogelmarkt“: Unmittelbar nachdem die Seuche entdeckt wurde, am Freitag und am Samstag also, haben hier Leute in Schutzmasken von der Sanitätskommission alles überprüft. Das war schon unangenehm. Der Markt war am Wochenende aber trotzdem gut besucht. Und unter der Woche, und besonders am Montag, haben wir sowieso nie viel Besucher.
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Es ist nur schade, dass wegen des Virus nun auch keine Wellensittiche oder Papageien verkauft werden dürfen. Mir bleibt also nur der Verkauf von Käfigen und anderen kleinen Accessoires. Die Administration hat uns mitgeteilt, dass die Papageien erst in drei, vier Wochen zurück auf den Markt kommen. Was das Geflügel angeht, weiß noch niemand Bescheid.
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Alexej, Zierfischverkäufer auf dem „Vogelmarkt“: Ich habe gehört, dass die Vogelgrippe festgestellt wurde, aber ich kann nichts Schlimmes daran finden. Wissen Sie, gestern habe ich in einem Medizinfachbuch vom Jahr 1966 nachgeschlagen und dort die Vogelgrippe unter den menschlichen Krankheiten gesehen.
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| Zierfischhändler Alexej hält die Berichterstattung in den Medien für reine Panikmache (Foto: Kurizina/.rufo). | |
Es hat aber bislang keine Epidemie gegeben. Darum finde ich die ganze Panik um unseren Markt gekünstelt. Auch ich hatte gestern und heute auffallend weniger Käufer, obwohl es doch bekannt sein muss, dass Zierfische die Seuche nicht übertragen. Allerdings, wenn ich noch von ein Paar Journalisten auf die Vogelgrippe angesprochen werde, dann werde ich mir wahrscheinlich eine Injektion dagegen verabreichen lassen.
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Said und Aida, Döner-Verkäufer am Weißrussischen Bahnhof:
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Said: Bisher hat der Ausbruch der Vogelgrippe in den Moskauer Vororten noch keine Auswirkungen auf unser Geschäft.
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Aida: Die Leute fragen schon mal nach. Aber sie haben keine Angst. Am Ende bestellen sie doch ihr Hähnchen-Döner.
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Said: Wissen Sie eigentlich, bei welch hohen Temperaturen die Hühner in unserem Griff gebraten werden. Da überlebt kein Virus. Ich esse selbst unser Hühnerfleisch, das ist vollkommen ungefährlich. Wollen Sie mal probieren? Ich lade Sie ein.
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Aida: Unser Imbiss wird regelmäßig überprüft. Ich kann Ihnen auch die Urkunde zeigen.
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Anna, Geflügelverkäuferin in der Nähe des Weißrussischen Bahnhofs: Natürlich habe ich auch vom Ausbruch der Vogelgrippe in den Moskauer Vororten gehört. Es ist jetzt nicht so, dass die Kunden weniger Hühnerfleisch kaufen. Auf den Umsatz hat die Vogelgrippe noch keine Auswirkungen. Allerdings ist es schon so, dass mehr Menschen fragen, aus welcher Region das Fleisch ist.
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Ich rate den Leuten, sie sollen das Huhn einfach länger braten als gewöhnlich. Dann überleben die Viren nicht und der Verzehr ist ungefährlich.
(dh/ak/cj/.rufo)
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