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Oleg Mitwol will im Moskauer Norden die Umweltprobleme anpacken (Foto: rian.ru)
Oleg Mitwol will im Moskauer Norden die Umweltprobleme anpacken (Foto: rian.ru)
Mittwoch, 01.07.2009

Umwelt-Beamter Mitwol wird Präfekt in Nord-Moskau

Moskau. Oleg Mitwol, der für Hauruck-Aktionen weithin bekannte Vizechef der russischen Umweltschutz-Behörde, wird Verwaltungschef des Stadtbezirks Moskau-Nord. Er kündigte schon an, dort für Mülltrennung zu sorgen.

Oleg Mitwol gehört zu den prominentesten Beamten Russlands: Als Umweltaufseher scheute er keinen Skandal und mobilisierte gerne die Medien, wenn er gegen schwarz gebaute Datschen oder Villen in geschützten Uferzonen, Abholzungen, illegale Abwassereinleitungen oder andere Umweltsünden vorging. Manche seiner wenig zimperlichen Kampagnen, etwa gegen Ölkonzerne, scheinen aber auch auf einer „von oben“ abgesegneten Linie gelegen zu haben, um einzelne Investoren unter Druck zu setzen.

Mitwol will Grünen-Partei aufbauen


Doch mit seinem Chefs lag der streitbare Umweltschützer auch im Clinch: Faktisch wurde er zuletzt in der Umweltbehörde RosPrirodNadsor kalt gestellt. Ein langwieriger Rechtstreit folgte. Schließlich kündigte Mitwol Anfang des Jahres an, das Amt zu verlassen und übernahm den Vorsitz der Umweltbewegung „Grüne Alternative“ – um diese vom Kommunalniveau beginnend langsam zur Partei aufzubauen.

Bei Russland-Aktuell
• Umweltbeamter will neue Grüne Partei in Russland (14.04.2009)
• Moskau sagt illegalen Müll-Kippen Kampf an (23.01.2008)
• Umweltaufseher Oleg Mitwol tritt zurück (18.01.2008)
• Umweltbeamter Oleg Mitwol will in die nächste Duma (13.08.2007)
• Gouverneur gewinnt Prozess gegen Mitwol (15.06.2007)
Außerdem wollte er sich um das Bürgermeisteramt des Kreises Odinzowo im Moskauer Gebiet bewerben – just dort, wo entlang der Rublowskoje Chaussee die obersten Zehntausend der Hauptstadt ihre Supervillen haben. Viele dieser Anwesen dürften auch nur unter großzügiger Auslegung der Boden- und Umweltschutzgesetze entstanden sein dürften.

Reale Arbeit statt Publicity und Action


Die Gefahr eines selbstständigen prominenten Grünen-Chefs wie auch eines Protest-Bürgermeisters im russischen Beverly Hills scheint nun gebannt: Mitwol wurde vom Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow zum Präfekten des deutlich größeren, aber völlig unspektakulären "Nördlichen Verwaltungsbezirks" der Hauptstadt ernannt.

Wie Mitwol heute bestätigte, ist seine Ernennung unterschrieben. Am 7. Juli werde er sein Amt in dem Stadtbezirk antreten, in dem er geboren wurde und bis heute wohnt.

Grüne Ansätze für ein Moskauer Zehntel


Neben den für einen Moskauer Stadtteil-Chef üblichen Problemen wie alter Bausubstanz, der Parkplatz- und Garagenproblematik und der Verdichtung des Gebäudebestands durch zusätzliche Neubauten wolle er sich auch um Umweltfragen kümmern, erklärte er in einem Radiointerview: Er nannte dabei die Themen Mülltrennung (die es in Russland faktisch nicht gibt), Erhöhung der Energie-Effektivität und obdachlose Tiere.

Der Nord-Bezirk mit etwa 1,1 Millionen Einwohnern ist einer von zehn Moskauer Verwaltungsbezirken. Er erstreckt sich vom Weißrussischen Bahnhof entlang der Leningrader Chaussee nach Norden und umfasst auch den Fluss-Bahnhof sowie exterritorial den Flughafen Scheremetjewo.



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Abendstimmung im neuen Petersburger Meeres-Passagierhafen. Die Saison hat gerade erst angefangen, die Piers sind noch fast alle leer. In wenigen Wochen wird sich das Bild ändern, denn mit Beginn der Weißen Nächste setzt der Kreuzfahrtschiff-Run auf die russische nördliche Hauptstadt ein. (Topfoto: Brammerloh/.rufo)



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