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Der Moskauer Verkehrspolizeichef Kasanzew will Ehrenurkunden als Trostpflaster überreichen (Foto: lenta.ru)
Der Moskauer Verkehrspolizeichef Kasanzew will Ehrenurkunden als Trostpflaster überreichen (Foto: lenta.ru)
Freitag, 12.03.2010

Verkehrspolizei dokumentiert vor Duma ihre Unfähigkeit

Moskau. Erst benutzten Polizisten Privatfahrer als lebende Barrikade auf der Autobahn, jetzt sagt der Verkehrspolizeichef vor der Duma, er habe nichts gewusst. Und wie ein Oligarchen-Mercedes zwei Ärztinnen rammte, blieb ungefilmt.

Vier Tage dauerte es angeblich, bevor der Moskauer Verkehrspolizeichef Sergej Kasanzew per Internet über einen Skandal erfuhr, über den schon ganz Moskau redete - sagt er jetzt jedenfalls selbst.

Der Vorfall war so unglaublich, dass die kremltreue Dumamehrheit den Moskauer Vehrkehrspolizeichef Sergej Kasanzew gestern zur Berichterstattung ins Parlament zitierte.

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Am 5.März morgens um 6:30 hatten Verkehrspolizisten auf dem grossen Moskauer Autobahnring Privatfahrer angehalten und angewiesen, mit ihren Fahrzeugen die vierspurige Autobahn zu blockieren und in ihren Autos sitzen zu bleiben. Zweck des Manövers war, flüchtige Handtaschendiebe zu fassen - was den Beteiligten aber mit keinem Wort erklärt wurde.

Die Diebe rasten denn auch in ihrem BMW auf die Barrikade zu, rammten sich rücksichtslos eine Lücke und flüchteten weiter. Die Verkehrspolizisten, die hinter der Barrikade das Geschehen beobachtetet hatten, rasten ihnen mit Blaulicht hinterher.

Zurück blieben empörte Fahrer in ihren verbeulten Autos, die ohne Unfallprotokoll noch nicht einmal eine Chance sahen, ihren Schaden bei der Versicheurng geregelt zu bekommen. Das war auch für den betroffenen Stanislaw Sutjagin der Grund, die ganze Geschichte im Internet zu erzählen.

Vor dem Duma-Verkehrsausschuss erklärte gestern schliesslich Verkehrspolizeichef Kasanzew, er sei zwar vom 5. bis 8.März täglich auf der Arbeit gewesen, habe aber erst am 9.März gesehen, dass von der Geschichte "das ganze Internet nur so wimmelt".

"Ehrenurkunden für selbstloses Handeln" als Trostpflaster für die Betroffenen?


Er habe daraufhin angewiesen, bei der Schadensregulierung zu helfen und die Schuldigen zu bestrafen. Ausserdem sei beschlossen worden, allen beteiligten Autofahrern Ehrenurkunden "für selbstloses Handeln zur Festnahme von besonders gefährlichen Verbrechern" zu überreichen.

Woraufhin der Betroffene Stanislaw Sutjagin erklärte, er weigere sich, eine solches Trostpflaster entgegen zu nehmen, da er sich keines "selbstlosen Handelns" bewusst sei, sondern nur schamlos ausgenutzt worden sei.

Vor dem Duma-Verkehrsausschuss wurde gestern auch noch ein zweiter Skandal behandelt, der die Moskauer nicht weniger erschüttert, als der Barrikadenbau auf dem Autobahnring.

Bei Russland-Aktuell
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Deckt die Moskauer GAI ganz bewusst hochrangige Verkehrssünder?


Es geht um den Frontalzusammenstoss des Mercedes des Lukoil-Vizechefs mit einem Wagen, in dem zwei Ärztinnen sassen, die tödlich verletzt wurden. Und es geht um den Verdacht, dass die Moskauer Verkehrspolizei den schuldigen Mercedesfahrer deckt. (siehe auch den Moskau.ru-Bericht)

Kasanzew behauptete auch vor den Abgeordneten, es gebe nur eine einzige Aufzeichnung einer Videokamera, bei der aber leider ausgerechnet der Unfallort selbst durch eine Reklametafel verdeckt sei.

Die Anwälte der Opfer wissen hingegen von insgesamt 15 Überwachungskameras und führen zahlreiche Augenzeugen an, die alle aussagen, dass nicht die Ärztinnen, sondern der Oligarchenmercedes auf der Gegenfahrbahn war.

Immer freie Fahrt mit FSB-Nummernschildern?


Nach der gestrigen Duma-Sitzung wurde nun bekannt, dass der Fahrer des Lukoil-Vizes bereits mit einigen Verkehrsverstössen erfasst ist, unter anderem wegen Fahrens auf der Gegenfahrbahn oder auch wegen unerlaubter Nutzung von Blaulicht.

Nach Erkenntnissen der Opferanwälte war der Mercedes 500 übrigens mit Kennzeichen einer Serie ausgestattet, die eigentlich für die Geheimdienste

reserviert ist - den Besitzern aber jedenfalls garantiert, dass sie nicht allzu oft von Verkehrsstreifen aufgehalten werden, wenn der Chef schnell zu einem Termin muss.



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Dascha2412 13.03.2010 - 13:22

Lebende Strassensperre

Handtaschenräuber sind also \"besonders gefährlichen Verbrecher\", man lernt nie aus.
Das Privatpersonen in ihren PKW als \"lebende Strassensperre\" eingesetzt werden ist mir schon aus Belarus bekannt.
Ich kann nur hoffen und wünschen, dass das Vorgehen der Polizeibeamten eine deftige Strafe nach sich zieht und nicht etwa zur Wiederholung ermuntert.


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