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| Rettungsarbeiten begannen kurz nach dem Einsturz (Foto: TV) | |
Donnerstag, 23.02.2006
Viele Tote bei Einsturz einer Markthalle in Moskau
Moskau. Beim Einsturz einer Markthalle sind in Moskau mindestens 13 Personen ums Leben gekommen. Dutzende liegen noch unter den Trümmern. Die großen Schneemengen brachten das Dach zum Einsturz.
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Am frühen Morgen, kurz vor sechs, brach die freitragende Halle an der Metrostation „Baumanskaja“ ein. Zu der Zeit hatte der Markt noch geschlossen, die Opfer sind Mitarbeiter der Verwaltung und Markthändler. Deren Angehörige haben sich inzwischen an der Unglücksstelle versammelt, die von der Miliz abgeriegelt wurde.
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Verschüttete melden sich per Handy
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| Als die Halle einstürzte, waren vermutlich 40 Marktmitarbeiter dabei, die neugelieferten Waren einzusortieren (Foto: TV) |
Einige der Verschütteten sollen sich per Mobiltelefon gemeldet haben. Die Suche nach Überlebenden begann sehr schnell, läuft auf Hochtouren, kommt aber nur langsam voran, weil schweres Räumgerät aus Rücksicht auf die Verschütteten nicht eingesetzt werden kann.
Zehn Menschen konnten in den ersten drei Stunden nach dem Unglück gerettet werden. Für die übrigen Verschütteten ist die Suche ein Wettlauf mit der Zeit, denn es herrscht immer noch Frost in Moskau.
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Die heftigen Schneefälle der vergangenen Nacht sollen zu dem Unglück geführt haben. Die Schneedecke auf den Dächern Moskaus ist teilweise bis zu 30 – 40 Zentimeter dick. Das freitragende Dach der in den 70er Jahren erbauten Markthalle hielt der Belastung nicht mehr stand und gab nach.
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Aquapark „Transvaal“ von gleichem Architekten errichtet
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Ein ähnlicher Unfall hatte sich bereits im Februar 2004 in Moskau ereignet. Damals starben 28 Menschen und mehr als 200 Personen wurden verletzt, als der Aquapark „Transvaal“ die Besucher unter sich begrub. Das Verfahren gegen den Architekten Nodar Kantscheli zieht sich bis heute in die Länge.
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Kantscheli hatte auch die Markthalle an der „Baumanskaja“ errichtet. Nach dem Transvaal-Unglück vor zwei Jahren wurden alle seine Werke überprüft, u.a. wurde auch die Sicherheit bei starkem Schneefall analysiert.
Die Moskauer Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen bereits aufgenommen hat, will einen Konstruktionsfehler dennoch nicht ausschliessen. Unglücksursache kann ihrer Meinung nach aber auch unsachgemäße Nutzung sein.
Architekt Kantscheli verwies in einem ersten Kommentar darauf, dass in der Rundkuppel auf einer Empore an der Innenwand zusätzlich Marktstände aufgebaut waren. Die Halle war für diese Zusatzbelastung nicht ausgelegt. Auch sei die Hallenkonstruktion nicht ständig auf Materialermüdung und Korrosion überprüft worden, sagt Kantscheli.
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Chronik der Unglücke
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Anfang Dezember vergangenen Jahres starben 14 Menschen in der Uralgebiet Perm, als dort eine Schwimmhalle unter der Schneelast zusammenbrach . Zehn Kinder und vier Frauen fanden den Tod.
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Die traurige Bilanz ist freilich nicht auf Russland beschränkt. In Polen stürzte Anfang des Jahres eine Ausstellungshalle, in Deutschland eine Eishalle ein. In beiden Fällen gab es viele Tote.
(ab/.rufo)
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