Dienstag, 15.07.2014

Viele Tote bei schwerem U-Bahn-Unglück in Moskau

Die Moskauer Metro ist das größte Verkehrsunternehmen der Stadt und befördert neun Millionen Menschen täglich (Foto: Archiv/.rufo)
Moskau. Am Dienstagmorgen ist es zu einem schweren Unfall in der Moskauer Metro gekommen. Mehrere Waggons sind im U-Bahn-Tunnel entgleist. Es gibt mindestens 15 Tote und über 150 Verletzte.
Der Vorfall ereignete sich auf der blauen Linie der Moskauer Metro zwischen den Stationen „Park Pobedy“ und „Slawjanski Boulevard“ zur Stoßzeit im morgendlichen Berufsverkehr.

Ersten Informationen des Katastrophenschutzes nach führte ein Spannungsabfall im Stromnetz zu einem Fehlalarm und einer Notbremsung. Dabei sind drei Waggons entgleist. Daneben kursieren aber auch Gerüchte über eine kaputte Weiche oder einen defekten Waggon.

Passagiere in Waggon eingeklemmt


Zumindest einer der Waggons wurde schwer beschädigt. Die Insassen wurden darin regelrecht eingeklemmt.

Während die ersten Passagiere über die Metrostationen „Park Pobedy“ und „Slawjanski Boulevard“ auf eigenen Beinen die U-Bahn verlassen konnten, mussten die Rettungshelfer mit schwerem Gerät in die U-Bahn-Tunnel.

Opferzahlen steigen stetig



Im Zuge der Rettungs- und Bergungsarbeiten ist die Zahl der Toten und Verletzten stetig gestiegen. Hieß es zunächst, es gebe 50 Leichtverletzte, so mussten inzwischen über 160 Menschen behandelt werden.

Ein Teil der Passagiere weist extrem schwere Verletzungen auf, so dass auch die Opferzahl von derzeit 15 weiter steigen könnte. Ein Sprecher des Katastrophenschutzes wollte nicht ausschließen, dass es bis zu 30 Tote geben könnte.

Anschlag ausgeschlossen



Die Staatsanwaltschaft hat bereits ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Behörden schließen aber einen Anschlag aus. "Dieser Unfall hat technischen Charakter", sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes.
Nach dem Unfall wurde das gesamte Metro-Teilstück zwischen den Stationen „Kiewskaja“ und „Molodjoschnaja“ vom Stromnetz genommen. Bis mindestens 22 Uhr wird mit Behinderungen auf der Linie gerechnet. Im Zuge der Metro-Katastrophe kam es auch zu gewaltigen Staus entlang der Moskauer Einfallsstraße Kutusowski Prospekt.