Erinnerungsfoto mit dem Weihnachtsmann (Foto: Knelz/.rufo)
Dienstag, 30.11.2004
Weihnachtsbasar: Hauptsache, wir können helfen
Von Alexej Knelz, Moskau. Die Schüler der Deutschen Schule Moskau haben am Samstag die Adventszeit eingeläutet. Ob Adventskränze basteln, Glühwein trinken oder nur das Beisammensein feiern – ihr Weihnachtsbasar hat alles geboten. Die Erlöse des Basars kommen Menschen zugute, die sich in Not befinden und oft auch kein familiäres Beisammensein kennen.
Eine ganze Menge Spaß, sehr viele Spiele und die weihnachtliche Vorfreude – all das gab es am Samstag ab 14 Uhr im Deutschen Dorf im Südwesten Moskaus. Der Weihnachtsbasar ist inzwischen bereits eine echte Tradition der Moskauer Deutschen, und selbst die Schulverwaltung kann sich auf Anhieb nicht erinnern, ob der erste vor zehn oder elf Jahren stattfand.
Am Schminkstand (Foto: Knelz/.rufo)
Angefangen beim Schaschlik- und Glühweinverkauf im Foyer, über Geisterbahn und Kabarett bis hin zum umfangreichen Unterhaltungsprogramm mit einem Konzert und Kasperletheater – die Chrischkindlesmärkte in Bayern könnten sich einen Happen abschneiden.
Erinnerungsfoto mit dem Weihnachtsmann
Eine Portion Schaschlick ist fertig (Foto: Knelz/.rufo)
Jede Klasse musste sich ein Projekt überlegen. So hat sich die 11. Klasse für einen Schminkstand entschieden: „Es ist ein Renner unter den Kleinsten“, erzählt die stellvertretende Klassensprecherin Sonja Jesse, während ihre Kollegin ein Kindergesicht bearbeitet. „Hinterher bekommen sie noch ein Foto mit dem Weihnachtsmann. Es gibt zwar eine Statistik hinterher, welches Projekt den höchsten Umsatz gemacht hat, aber es ist nicht der Zweck. Die Hauptsache ist, wir können helfen“, freut sich Sonja. Das Schminken selbst ist kostenlos, lediglich das Erinnerungsfoto mit dem Weihnachtsmann kostet einen Euro.
Die Euros und Rubel hatten an diesem Tag übrigens keinen realen Wert: Der Marktgänger musste sein Kleingeld erst einmal an der Kasse gegen die Basar-Währung tauschen – rosarote Bons. Die aber war konvertibel – sogar am Stand der Schweizer, wo man Kaffee und Schoki kaufen konnte.
Der Weihnachtsbasar hat bereits Tradition (Foto: Knelz/.rufo)
Die schönste Jahreszeit
Die Adventszeit ist bekanntlich die schönste Zeit des Jahres. Es ist die Zeit, um Geschenke vorzubereiten, sich mit der Familie zu versammeln und zu feiern. Doch manchen Menschen in Russland bleiben diese Selbstverständlichkeiten verwehrt.
Und genau hier setzten die Schüler mit ihren Lehrern an: Sie wollen Menschen helfen, die ansonsten weder viel Gründe noch Verwandte zum Feiern haben, wie krebskranke Kinder, Obdachlose, Behinderte und Tuberkulosekranke, an die der größte Teil der Basar-Einnahmen gehen wird.
Viele Besucher nahmen Adventskränze mit nach Hause (Foto: Knelz/.rufo)
Immer ein Erfolg
Der Schulbasar ist auch dieses Jahr ein Erfolg geworden. Warum es nicht hätte anders sein können, formulierte Djawi, ein Mitarbeiter der österreichischen Botschaft mit den Worten: „Man hilft bedürftigen Kindern. Das ist immer ein Erfolg, egal, wie viel man einnimmt.“
(ali/.rufo)
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