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Feuer frei auf die Faschisten (Foto: www.newsru.com)
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Dienstag, 07.12.2004

Wie im Weltkrieg: Panzerschlacht bei Moskau

Von Alexej Dubatow, Moskau. Gut 100 gepanzerte Fahrzeuge aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges rollten an diesem Dienstag in der Nähe von Moskau über das Truppenübungsgelände von Alabino. An einer gigantischen Freiluftinszenierung zum 63. Jahrestag der Schlacht bei Moskau nahmen 2.500 Soldaten in den Uniformen der Roten Armee und der Deutschen Wehrmacht teil.

Der Stolz der Veranstalter waren drei echte deutsche Panzer und drei gepanzerte Truppentransporter. Russische T-34-Panzer, die nach landläufiger Meinung den Sieg über die deutsche Invasionsarmee ermöglichten, gab es dagegen noch in größeren Mengen in den Arsenalen der Armee. 36 von ihnen rollten über das Schlachtfeld. Das Mosfilmstudio und das Museum für Panzerwaffen aus dem nahegelegenen Kubinka griffen den Veranstaltern von der Moskauer Stadtregierung mit drei BT-5 und einem halben Dutzend leichter Schützenpanzer unter die Arme.

Polizisten stellten die Kavallerie

Zwei Regimenter, die mit Schreckschussmunition aufeinander feuerten, hatte man jeweils mit russischen Maschinenpistolen vom Typ PPSch (an runden Magazinen erkennbar), uralten, seit dem ersten Weltkrieg bekannten Mossin-Gewehren und mit deutschen MP-40-Maschinenpistolen bewaffnet. Polizisten mimten die Kavallerie, weil heute nur das russische Innenministerium über richtige Pferde und Reiter verfügt. Die „Panfilow-Division“ war an ihren weißen Schafspelzen zu erkennen. Die Kadetten der Podolsker Infanterieschule trugen wie einst khakifarbene Tuchmäntel, und die Aufklärer weiße Tarnkleidung.

Tatsächlich wurde die deutsche Wehrmacht 1941 an dem Ort gestoppt, wo jetzt das Spektakel ausgetragen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Übungsgelände jahrzehntelang sechs Tage in der Woche scharf geschossen. An Sonntagen galt der Wald zwischen der Kiewer und der Minsker Chaussee als Geheimtip bei den Pilzesammlern. Man schlich sich bei Dunkelheit mit Taschenlampen auf das Schießgelände und schleppte dann Wäschekörbe voll Steinpilze ab. Blindgänger, die man als Trophäen nach Hause mit- und zu Hause auseinandernahm, kosteten so manchem Dorfjungen das Leben.

Am Dienstagnachmittag traf auch der Oberbefehlshaber der russischen Streitkräfte, Präsident Wladimir Putin, auf dem historischen Gelände ein. Als Zuschauer wurden hohe Moskauer Beamte, Kriegsveteranen und ausländische Diplomaten nach Alabino eingeladen. Auch der deutsche Botschafter Dr. Hans-Friedrich von Ploetz bekam eine Einladung, doch von deutscher Seite war nur der Militärattache vor Ort.

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Militärparaden und Gedenkveranstaltungen werden sich bis zum 9. Mai, dem 60. Jahrestag des Sowjetsieges noch ins Unermessliche steigen. Dieses Ereignis diente der Landesführung schon immer dazu, das russische Volk an dessen Einheit vor Feinden jeder Art zu erinnern. Angesichts der Entwicklung in der benachbarten Ukraine und der Lage in Tschetschenien ist dieser Schulterschluss wieder hoch aktuell geworden.

Man darf dreimal raten, wer die Schlacht gewann.

(adu/.rufo)


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