Herrischer Blick in Richtung Kreml: Das Felix Dserschinski-Denkmal vor 1991 (Foto: newsru)
Freitag, 18.12.2009
Wiederaufbau des Denkmals für KGB-Gründer Dserschinski
Moskau. Das 1991 gestürzte Denkmal des KGB-Gründers Felix Dserschinski soll vor dem Geheimdienst-Hauptquartier an der Lubjanka wiederaufgebaut werden. Das forderten am Freitag in der Duma die Fraktionen von LDPR und Kommunisten.
Das Denkmal des KGB-Gründers solle als ein Symbol von Ordnung und Recht wiederhergestellt werden, erklärte während der Duma-Sitzung der Abgeordnete der Schirinowski-Partei Sergej Abeltsew. Es gebe zwar in Russland ein Denkmal für Schmelzkäse, aber keines für die Rechtsordnung.
Der Vorschlag des LDPR-Abgeordneten wurde aus der Fraktion der KPRF (Kommunistische Partei Russlands) unterstützt.
Das Denkmal Dserschinskis (englische Schreibweise Dzerzhinsky) war nach dem gescheiterten Putsch der Sowjetkonservativen gegen Gorbatschow im August 1991 gestürzt worden. Seitdem lagert es auf einem Denkmalsfriedhof hinter dem "Haus des Künstlers".
Das Standbild hatte zuvor den Lubjanka-Platz vor dem KGB-, NKWD- oder FSB-Hauptquartier geziert. Felix Edmundowitsch Dserschinski, der "Eiserne Felix" blickte über die Dächer der Altstadt in Richtung Kreml. Seit 1991 markiert ein Blumenbeet die Mitte des Kreisverkehrs an der Lubjanka.
Am Rande des Platzes erinnert ein grosser Findling von den Solowjezki-Inseln an die Opfer der Stalinschen Verfolgungen.
In den letzten Monaten hatte es in Moskau eine heftige Diskussion über Stalinistische Symbolik u.a. an Metrostationen gegeben.
Anträge, das Dserschinski-Denkmal wieder aufzubauen, hatte es bereits mehrfach gegeben. Die Moskauer Stadtverwaltung hatte dies stets mit dem Hinweis abgewehrt, die Wiederaufstellung würde den Terror, die Straflager und die Verbannung von Intellektuellen symbolisieren und rechtfertigen.
Das Wetter ist zwar nun deutlich kühler geworden, doch einige Moskauer genießen die letzten Sonnenstrahlen des Sommers im Stadtpark von Lefortowo. ( Topfoto: Ballin/.rufo)