Freitag, 31.08.2007

Zarizyno öffnet zum Stadtgeburtstag seine Tore

Zarizyno wird endlich auch von innen begehbar. Hat ja auch nur etwa 200 Jahre gedauert (Foto: Biesemeier/.rufo)
Moskau. Nach mehrjähriger Restaurierungszeit sind die umfangreichen Bauarbeiten an den Hauptgebäuden der Zarenresidenz Zarizyno abgeschlossen. Erstmals können Besucher nun auch das Schloss von innen besichtigen.
Der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow hatte die Restaurierung einer der beliebtesten Touristenattraktionen Moskaus zur Chefsache erklärt. Der gesamte Komplex wird zur 860-Jahrfeier am Wochenende wiedereröffnet und dem Publikum auch von innen zugänglich gemacht.

Katharina die Große will aus Zarizyno eine Residenz machen


Lange Zeit war Zarizyno bekannt als gigantische Ruine: Was nach den Plänen von Katharina der Großen einmal Zarenresidenz hätte sein sollen, war eigentlich jahrhundertelang nicht viel mehr als als ein Park und die Orangerie.

Die Geschichte von Zarizyno ließ nicht unbedingt erwarten, dass sie einmal glücklich enden würde. Katharina die Große erwarb dieses schön gelegene Grundstück 1775 um hier eine Sommerresidenz errichten zu lassen. Angeblich, damit sie auch einmal einfach wie eine einfache Gutsbesitzerin leben könne.

Lust am großen Projekt verloren


Ob ihr dieser kleine Traum vom „einfachen“ Leben bald als großer Alptraum erschien? Oder ob ihr wirklich nicht gefiel, was der Architekt W. Baschenow ihr da als neogotisches Baukunstwerk hingestellt hatte, obwohl es der damaligen Mode entsprach? Wie auch immer. Das, was in Zarizyno in zehn Jahren Bautätigkeit entstanden war, ließ Katherina die Große kurzer Hand wieder abreißen und abtragen.

Dann sollte ihr M. F. Kasakow einen neuen Palast bauen. Doch auch wenn an diesem neuen Palast zwischen 1787 und 1793 rege gearbeitet wurde, so verlor die Zarin das Interesse an Zarizyno. Nicht nur der Hauptpalast sondern auch viele andere Bauten wie Pavillions, Wirtschaftsgebäude, Brücken und Tore wurden nie fertiggestellt.

Der schöne und weitläufige Park war allerdings immer geöffnet. Zwischen Brücken und Teichen picknicken die Moskauer im Sommer und an den Teichen kann man Boote ausleihen. Im Winter zieht es sogar Skilangläufer in die weiten Gärten von Zarizyno. Nun, nach 230 Jahren Bauzeit, sind auch die Innenräume endlich fertig gestellt und für die Besucher freigegeben.

(abi/.rufo/Moskau)