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| Zeppelin über Moskau zur Verbrecherjagd? Bislang eher Vision als Realität. | |
Donnerstag, 16.02.2006
Zeppeline für Moskaus Polizei
Moskau. Was wie das Drehbuch zu einem Retro-Film über die Anfänge der Luftfahrt klingt, ist Realität von heute. Bürgermeister Juri Luschkow übergab der Miliz fünf Zeppeline, um die Ordnung in Moskau zu überwachen.
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Die Moskauer Stadtregierung hat beschlossen, Verkehrsprobleme und Kriminalität in der russischen Hauptstadt künftig mit himmlischer Unterstützung zu bekämpfen. Die Luftschiffe sollen eine ganze Reihe von Aufgaben lösen: Sie sollen bei der operativen Liquidierung von Autostaus und bei der Verbrecherjagd helfen sowie im Kampf gegen den Terrorismus eingesetzt werden.
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Mit uns sind Sie im Himmel zuhause
Aerostate gibt es in Moskau schon eine Weile. Zu Reklamezwecken werden sie bei Ausstellungen und Großveranstaltungen benutzt. Sie schweben – freilich gut befestigt – über dem Ausstellungsgelände und verkünden weithin ihre Botschaft. Die Werbeagentur Awgur wirbt gar mit dem Spruch: „Mit uns sind sie im Himmel zuhause“.
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Luftfahrten versprechen praktisch unbegrenzte Möglichkeiten für Werbung und Tourismusindustrie, ist Sergei Bendin, PR-Direktor bei Awgur, überzeugt. Die Agentur bietet ihren Kunden Werbezeppeline, Flugzeugbanner, Heliumballone und Tragluftsysteme an.
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In Deutschland gebe es viele lizenzierte Luftfahrtunternehmen, die Passagierfahrten mit Heißluftballonen anbieten. Im unbegrenzten Russland haben Ballonfahrten große kommerzielle Perspektiven und können in absehbarer Zukunft zu einem der wichtigsten Touristenmagnete in Moskau werden, glaubt Bendin.
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Leichter als Luft
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Den ersten modernen Zeppelin baute 1852 der Franzose Henri Giffard. Der Traum von der Luftschifffahrt endete 1937 mit dem Unglück der „Hindenburg“, als 35 Menschen bei der Explosion des mit Gas gefüllten Ballons ums Leben kamen. Doch heute, fast siebzig Jahre später, steigt das fast in Vergessenheit geratene Fluggerät wie Phönix aus der Asche.
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Geplant ist die Platzierung der Luftschiffe über dem Weißrussischen Bahnhof und dem Ausstellungszentrum WWZ (ehemals WDNCh). Außerdem sollen den Plänen zufolge kleine Zweisitzer-Luftschiffe die Hauptmagistralen Moskaus beobachten, wie z.B. den Kutusowski-Prospekt oder die Rubljowskoje Chaussee.
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Verteidigungsministerium hält Luschkow am Boden
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Freilich muss zur Realisierung der hochfliegenden Pläne noch das Verteidigungsministerium umgestimmt werden. Bislang verweigert das Ministerium seine Zustimmung für Luftfahrten über Moskau – wegen Terrorgefahr!
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Daher bleiben die Luftschiffe und -schlösser von Bürgermeister Juri Luschkow und der Moskauer Miliz erst einmal auf der Erde. Die Zeppeline müssen vorläufig am Ankermast festmachen.
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(-ada/.rufo)
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