 |
|
| Wegen der unaufhaltsamen Zuwanderung geht es eng zu in Moskau - nicht nur wie hier auf einem Stadtfest (Foto: Archiv/.rufo) | |
Donnerstag, 25.06.2009
Zuzug: Echte Moskauer werden zur bedrohten Gattung
Moskau. Die russische Hauptstadt wächst und wächst – aber die echten Moskauer werden immer weniger. Nur 53 Prozent der Stadtbevölkerung sind dort auch geboren. Der Ausländeranteil beträgt momentan 16 Prozent.
|
|
Als alteingesessene „Moskowiter“ dürfen sich sogar nur etwa zwei Prozent der gegenwärtig offiziellen 10,5 Millionen Bewohner fühlen: Nur 150.000 bis 180.000 Moskauer können von sich behaupten, dass auch schon ihre Großeltern in der Stadt lebten.
|
Wie die „Nowaja Iswestija“ schreibt, hat sich die Bevölkerungszahl der russischen Metropole in den letzten 100 Jahren verzehnfacht: 1897 – als Moskau aber auch nicht Hauptstadt war – lebten hier nur 1,04 Millionen Menschen. So hoch wird jetzt schon die Zahl der ausländischen Gastarbeiter in der Stadt geschätzt – aber nur im Winter: Im Sommer dürften es etwa 2 Millionen sein.
|
2020: 16 Millionen Menschen in der Stadt In den letzten 20 Jahren seien zusätzlich 3 Millionen Menschen nach Moskau gezogen. Und das Wachstum wird ungebremst weitergehen: Für 2020 ist nach einem Bericht des russischen Zentrums für Migrationsforschung mit 12 Millionen ständigen Bewohnern zu rechnen – plus 4 Millionen Menschen, die sich in Moskau vorübergehend oder illegal aufhalten.
|
Da viele Zuzügler aus anderen Regionen Russlands und nicht aus dem Ausland kommen, nimmt der Fremden-Anteil in der russischen Hauptstadt zwar deutlich zu, ist aber im europäischen Metropolen-Vergleich noch nicht sehr hoch: 84 Prozent der Bewohner Moskaus sind russische Staatsbürger. In London sind nur 80 Prozent Einheimische, in Paris leben nur 72 Prozent Franzosen.
|
Kaukasier machen vier Prozent aus Drei Prozent der gegenwärtigen Hauptstadtbewohner kommen aus den Südkaukasus-Staaten Georgien, Armenien und Aserbaidschan. In den letzten 20 Jahren verzehnfacht hat sich der Bevölkerungsanteil der Nordkaukasier. Auf diese ethnische Gruppe (mit russischer Staatsbürgerschaft) entfällt jetzt 1 Prozent. Stark abgenommen hat in der gleichen Zeit aufgrund von Emigration der jüdische Bevölkerungsanteil Moskaus: Er sank von 2 Prozent auf 0,7 Prozent.
|
300.000 ständige Bewohner (ca. 3 Prozent) kommen den Daten zufolge aus Staaten, die früher nicht zur Sowjetunion gehören. Als Haupt-Herkunftsländer explizit genannt werden hier China, Afghanistan, Vietnam, Serbien und die Türkei.
|
Die Tadschiken vom Bau: Mehrheitlich studierte Leute Gegenwärtig arbeiten (zu 40 Prozent illegal) in Moskau 200.000 tadschikische Gastarbeiter – jeder zehnte Tadschike in der Altersgruppe von 20 bis 45 Jahren. Eine Untersuchung der Migrationsforscher ergab, dass die Hochnäsigkeit, mit der die Einheimischen dieser Billigarbeiter-Armee gegenüber stehen, nicht im Geringsten angebracht ist: 72 Prozent von ihnen haben einen Hochschulabschluss oder ein Studium teilweise absolviert.
|
Und ebenfalls 72 Prozent der Moskauer Tadschiken haben schon erlebt, dass die Miliz von ihnen Geld erpresst.
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>