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| Papageien auf dem Moskauer Vogelmarkt haben ein schweres Leben. (Foto: mybirds.ru) | |
Freitag, 16.07.2010
Augen auf beim Papageienkauf auf Moskauer Vogelmarkt
Moskau. Exoten, insbesondere Papageien und Wellensittiche, werden bei den Moskauern als Haustiere immer beliebter. Doch viele Tiere, die auf dem Moskauer Vogelmarkt angeboten werden, wurden geschmuggelt und sind krank.
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Nach Angaben des Fernsehsenders Westi Moskwa floriert der Schmuggel exotischer Tiere nach Russland wie noch nie. Exotische Vögel, Schlangen, ja sogar Krokodile und Leoparden werden von den Moskauern als Haustiere adoptiert. Angeblich bringt das Geschäft den Schmugglern rund zehn Milliarden Dollar pro Jahr ein und ist damit so lukrativ wie der Schmuggel von Waffen und Drogen.
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Krankheitsüberträger für den Menschen Und die Ware ist mitunter genauso gefährlich: Nicht nur Krokodile, Schlangen und Leoparden können ihr „Herrchen“ beißen. Selbst bei den „harmlosen“ Papageien ist Vorsicht angebracht. Viele der Tiere sind krank.
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Papageien leiden insbesondere unter Psittakose (Ornithose), einer weit verbreiteten Vogelkrankheit, die sich auch auf den Menschen überträgt. Laut Statistik ist der Virus für fünf Prozent der Menschen, die sich damit angesteckt haben, tödlich.
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Mit Drogen durch den Zoll geschmuggelt Eigentlich müssen alle importierten Tiere ein Gesundheitszeugnis vom Tierarzt bekommen. An der Grenze sollen sie zudem eine dreimonatige Quarantäne durchlaufen, um sicherzustellen, dass sie keine Krankheiten mitgebracht haben.
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Doch die „Ware“ auf dem Vogelmarkt ist in der Regel ohne derartige Formalitäten eingeschleust worden. Die Tierschmuggler gehen dabei äußerst rücksichtslos mit ihren Zöglingen um.
Sie werden unter entsetzlichen hygienischen Bedingungen, eingepfercht in enge, schmutzige Käfige, über die Grenze gebracht und oft auch noch mit Drogen vollgepumpt, damit sie sich ruhig verhalten und dem Zoll nicht auffallen.
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„90 Prozent der Tiere überstehen einen solchen Transport nicht“, erklärte der Pressesprecher des russischen Zolls, Dmitri Kotikow. Viele Exoten verdanken ihr Leben demnach gar dem Zoll, der sie gerade noch rechtzeitig vor dem Ersticken oder einem anderen qualvollen Tod entdeckt habe.
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Rücksichtslose Behandlung auf den Märkten Die Behandlung auf dem Vogelmarkt oder in diversen Zoogeschäften sei nicht besser, versichert Konstantin Sabin, Leiter des Tierschutzprojekts „Vita“. „Oft ist es so, dass der Verkäufer morgens und abends die toten Tiere aus dem Käfig klaubt oder halbtote Tiere in den Müll wirft“, berichtet er.
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Den Käufern werden hingegen zusammen mit den Tieren auch immer wieder unglaubliche Geschichten verkauft. So erzählen einige Verkäufer ihren Kunden, dass der Papagei im Moskauer Gebiet gezüchtet worden sei, oder der Kakadu aus Tschechien importiert wurde (offenbar erweckt ein europäisches Herkunftsland Vertrauen bei den Russen).
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Wildtiere vermehren sich in Gefangenschaft kaum Doch solche Geschichten seien Humbug, versichert Natalja Istratowa vom Moskauer Zoo: „Solche Tiere vermehren sich in Gefangenschaft praktisch nicht. Es gibt einen Zoo auf Teneriffa, der sich darauf spezialisiert hat. Er züchtet viele Papageienarten, doch unter normalen Umständen ist das sehr schwer“, sagt sie.
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Doch der Profit – die Papageien werden zu Preisen von bis zu 3.000 Euro verkauft – macht die Verkäufer erfinderisch. Statt eines offiziellen Tierpasses präsentieren sie den Käufern linke tierärztliche Gutachten.
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Wer sich ein exotisches Haustier anschaffen will, sollte also doppelt vorsichtig sein, denn neben Ornithose sind auch Tuberkulose, Mittelmeerfieber, verschiedene Pilzkrankheiten und bei einigen Arten sogar Maul- und Klauenseuche verbreitet.
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