Dienstag, 22.06.2010

Ausstellung in Moskau zeigt sandige Nationalhelden

Helden und Heilige gab es schon früher in Russland wie Sand am Meer - jetzt gilt dies nicht nur im übertragenen Sinne (Foto: gs/.rufo)
Moskau. Künstler haben neben der Christ-Erlöser-Kathedrale eine sieben Meter hohe und 24 Meter lange Skulptur aus Sand errichtet. Das Mega-Kunstwerk ist Europarekord und nun Teil der Ausstellung „Heiliges Russland“.
Zwei Wochen haben die Künstler gebraucht, um Helden und Heilige der russischen Geschichte in den Sand zu schnitzen. Auf 450 Quadratmetern Fläche steht nun die größte zusammenhängende Skulptur, die je in Europa aus Sand erbaut wurde.

Vorrunde für die Sandskulpturen-WM


Elf Sandkünstler aus sechs Ländern haben an dem Projekt mitgewirkt, das als Qualifikationsrunde für die im Herbst anstehende Sandskulpturen-Weltmeisterschaft in Washington gedacht war.

Gewonnen hat der russische Bildhauer Wadim Grjadow, der die Pokrow-Kirche am Nerl, ein Meisterwerk altrussischer Architektur, nachbildete.

Russlands Geschichte in den Sand gesetzt


Aus Sand auferstanden sind außerdem der berühmte russische Ikonenmaler Andrej Rubljow, Großfürst Dmitri Donskoi und die Goldene Horde der Tataren und Mongolen. Auch Alexander Newski und die in Russland verehrten Heiligen Sergius von Radonesch und Seraphim von Sarow wurden beindruckend realistisch in den Sand gesetzt.

Profi-Sandburgen halten Jahre


1500 Tonnen Sand wurden für das Projekt angekarrt. Der riesige Sandberg musste zunächst in pyramidenförmig übereinander gestapelten Holzkisten verdichtet werden, bevor die Künstler mit Maurerkelle, Pinsel und Spachtel ans Werk durften.

Nach dem Austrocknen sind die Skulpturen so hart, dass sie mehrere Monate oder sogar Jahre halten. Den Entstehungsprozess können Besucher in einer Fotodokumentation nachverfolgen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. September täglich von 10 bis 21 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt kostet zwischen 100(ermäßigt) und 200 Rubel.