Mittwoch, 17.07.2013

Gorki Park wird zur längsten Uferpromenade der Welt

Trotz aller Veränderungen im Gorki Park. Die Raumfähre Buran bleibt als Attraktion erhalten (Foto: Ballin/.rufo)
Moskau. Ein Spaziergang vom Kreml bis zu den Sperlingsbergen. Die Erweiterung des Gorki Parks macht es möglich. An der Moskwa soll eine zehn Kilometer lange grüne Bummelmeile entstehen – die längste Uferpromenade der Welt.
Im Gorki Park beginnen gewaltige Umbaumaßnahmen: Rechtzeitig zum Wahlkampfbeginn hat die Moskauer Stadtverwaltung ein ambitioniertes Erweiterungsprojekt für das bekannteste Moskauer Naherholungsgebiet vorgestellt. Demnach wird der Gorki Park Teil einer einheitlichen Fußgängerzone, die sich vom Kreml über den Gorki Park bis hin zum Neskutschny Sad und den Sperlingsbergen erstreckt.

Neue Eingänge und neues Landschaftskonzept


Das Konzept wurde von der britischen LDA Design entworfen, die im vergangenen Jahr die Ausschreibung für die Entwicklung des Parkes gewonnen hatte. Auf der Visitenkarte des Unternehmens stehen u.a. bereits Landschaftsdesigns im Londoner Hyde Park und im Mahalaxmi-Viertel von Bombay. Dem Moskauer Gorki Park will LDA Design vier neue Eingänge (zur Entlastung des Haupteingangs am Krymski Wall) und neun „Aktiv-Zentren“ verpassen.

Was unter diesen „Aktiv-Zentren“ genau zu verstehen ist, ließ die Kulturabteilung der Stadtverwaltung bei der Präsentation offen, betonte lediglich, dass sie ganzjährig und für alle Altersklassen offen seien.

Mehr Grün, weniger Asphalt


Gleichzeitig wird der Gorki Park deutlich grüner. Ein großer Teil der asphaltierten Strecken soll verschwinden. Auch rund die Hälfte der Gebäude auf dem Areal wird abgerissen, wobei die historischen Bauten davon nicht betroffen sind. Stattdessen ist ein Ausbau der Grünflächen auf das dreifache geplant.

Mit der Schaffung von Übergängen zu anderen Parks und Flaniermeilen soll sich die Gesamtfläche des Naherholungsgebiets Gorki Park deutlich vergrößern. Dabei sollen die verbundenen Gebiete in insgesamt sieben unterscheidbare Zonen mit eigenem Flair aufgeteilt werden. Dies schaffe eine „interessantere und heterogene Parklandschaft mit ihrer charakteristischen Ökologie und Flora“, heißt es auf der Webseite der Stadtverwaltung.

Umbau bis 2016


Über die Kosten des Umbaus, der bis 2016 abgeschlossen werden soll, ist nichts bekannt. Da allerdings allein für die Gestaltung von 25 kleinen Grünanlagen entlang des Gartenrings in diesem Jahr vier Milliarden Rubel (100 Mio. Euro) ausgegeben werden sollen, darf vermutet werden, dass es sich um einen riesigen Betrag handelt.

Einige Neuerungen hat der Gorki Park nach einer jahrelangen Phase der Vernachlässigung in der letzten Zeit bereits erfahren. Die uralten Karussells sind verschwunden, stattdessen gibt es mehr Cafes und seit kurzer Zeit sogar einen Fahrradverleih.