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| Emilija und Ilja Kabakow waren persönlich bei der Pressekonferenz im Moskauer Puschkin-Museum anwesend (Foto: Vorhölter/.rufo) | |
Montag, 15.09.2008
Kabakow in Moskau: Sozialismus aus anderer Perspektive
Moskau. Im Westen ist Ilja Kabakow mit seinen Installationen über das Sowjetleben weltberühmt geworden. Nun sind seine bekanntesten Werke im Puschkin Museum und in den Kunstzentren „The Garage“ und „Winzawod“ zu sehen.
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Mit seiner Installation „Die Toilette“ sorgte Ilja Kabakow 1992 während der Dokumenta in Kassel für Aufregung in der Kunstszene: Auf einem typisch russischen „Stillen Örtchen“ installierte Kabakow eine Wohnzimmereinrichtung, die gewöhnlich in Wohnungen der sowjetischen Oberschicht zu finden war. Die Installation, mit der Kabakow Kunstgeschichte schrieb, ist zusammen mit weiteren Werken bis zum 19. September in Moskau zu sehen.
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Erinnerungen an Malewitsch 20 Jahre nach der Emigration in den Westen beginnt das Künstlerehepaar Ilja und Emilija Kabakow in Moskau sein neues Projekt „Alternative Kunstgeschichte“. Sie stellen an drei Ausstellungsorten ihre berühmtesten Werke vor:
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Das Projekt „Worota“ ist im Puschkin-Museum für bildende Kunst zu besichtigen. Dort ist eine große Holztür aufgestellt, daneben hängen Gemälde der beiden Künstler. Die Bilder ähneln sich alle, sie zeigen das gleiche Motiv, hängen jedoch in unterschiedlichen, dunklen und hellen Farben an der Wand. Auf den ersten Blick erinnert jedes einzelne den Betrachter an das berühmte „Schwarze Quadrat“ von Malewitsch.
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Das Zentrum für moderne Kunst „The Garage“ ist der zweite Ort, an dem die Retrospektive der Kabakows stattfindet. Die gerade eröffnete Galerie gehört Darija Schukowa, der Freundin des Multimillionärs Roman Abramowitsch. Im Rahmen der Kabakow-Ausstellung wird die Galerie morgen auch für den Publikumsverkehr eröffnet – im Frühjahr fand bereits die Eröffnung für den Moskauer und internationalen Jet Set statt.
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Eine fiktive Geschichte der russischen Kunst In „The Garage“ zeigt Ilja Kabakow unter anderem seine Installation „Roter Waggon“ – ein Eisenbahnwaggon ohne Räder, in dem sowjetische Musik zu hören ist. Er steht für den Stillstand und die Propaganda zu dieser Zeit.
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| Die Installation „Worota“ im Puschkin-Museum (Foto: Vorhölter/.rufo) | |
Ein weiteres Highlight der Ausstellung sind drei neue Bilder von Ilja und Emilija Kabakow, mit denen sie auf die Kunst der russischen Avantgarde zurückblicken. „Wir versuchen die Avantgarde weiterzuführen, ohne den sozialen Realismus. Unsere Werke sind eine fiktive Geschichte der russischen Kunst“, äußert sich Emilija Kabakow während der Pressekonferenz im Puschkin-Museum für bildende Künste.
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Die Kunstwerke von Ilja und Elija Kabakow zeichnen sich durch Individualität und Experimentierfreudigkeit mit Material und Formen aus. Ilja Kabakow hat auch schon mit einer Installation aus Müll für Aufsehen gesorgt. „Wichtig ist, was die Kunst beinhaltet, wie sie gemacht ist und aus was spielt keine Rolle. Es geht darum, durch die Kunst neue Entdeckungen zu machen“, so Emilija Kabakow.
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Aufgabe der Kunst: Vergangenheit neu reflektieren Die neuen Entdeckungen bestehen vor allem darin, die eigene sowjetische Vergangenheit aus einer anderen Perspektive zu sehen und neu zu erleben. Dies ist die Vision der Organisatoren der Ausstellung.
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Die Ausstellung wird gefördert vom russischen Kulturministerium und vom Künstler-Fond „Moskauer Biennale“.
(dv/.rufo/Moskau)
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