Mittwoch, 06.03.2013

Mit Blumen und Schokolade am Frauentag in Moskau

Der Schnee ist noch nicht weggetaut, doch Blumen dürfen am Frauentag nicht fehlen (Foto: Ballin/.rufo)
Moskau. Der Freitag ist frei in Russland – dem Internationalen Frauentag sei Dank. Was also tun mit der Freizeit? Russland-Aktuell hat ein paar Vorschläge, wie Sie den Tag verbringen können – von romantisch bis kämpferisch.
Der Tag sollte auf jeden Fall mit einem Strauß Blumen beginnen. Im besten Fall natürlich für Sie selbst. Sind Sie als Mann geboren, dann für ihre bessere Hälfte. Die Blumenhändler der Stadt haben sich auf das Ereignis gründlich vorbereitet. Tulpen, Rosen und Mimosen liegen pünktlich zum Frauentag in jedem Blumenladen aus – mit entsprechendem Feiertagsaufschlag. Rund um den Frauentag machen die Händler das Geschäft des Jahres.

Wem die Blumen im Laden um die Ecke nicht gefallen, kann sich inzwischen in Russland auch online einen Strauß bestellen und seiner Liebsten schicken. Traditionell gehört ein kleines Geschenk zum Blumenstrauß dazu.

Trotz Frost – raus an die Luft und in die Ausstellung


Spätestens nach dem wie üblich (oder etwa nicht?!) vom Ehemann zubereiteten Frühstück stellt sich die Frage nach dem weiteren Tagesverlauf. Laut dem Wetterbericht ist zumindest ein kurzer Spaziergang drin: Die Temperaturen liegen zwischen Minus drei und Minus fünf Grad, Niederschlag gibt es nicht. Also ab in die Stadt!

Wie wäre es mit einem Spaziergang über den Roten Platz und die Bummelmeile Twerskaja entlang? Dort könnten Sie sich am Ende mit einem Besuch im „Museum für Russlands moderne Geschichte“ (Twerskaja 21 in der Nähe der Metrostationen Twerskaja, Puschkinskaja oder Tschechowskaja) selbst belohnen – mit einem Besuch der Ausstellung „Schokolade und Kakao“. Der Eintritt für 400 Rubel (zehn Euro) beinhaltet eine Tafel Schokolade und vier Probier-Döschen, die am jeweiligen Stand geöffnet und verzehrt werden können.

Ganz im Sinne von Clara Zetkin und Rosa Luxemburg wäre stattdessen ein Besuch in der Fotoausstellung „Feminismus: Von der Avantgarde bis zur heutigen Zeit“ in der ebenfalls in Kremlnähe gelegenen Manege, die pünktlich zum 8. März eröffnet wird.

Fotoausstellungen an der Ostoschenka


Wer es eher romantisch mag, den lockt vielleicht das Nobelviertel Ostoschenka (Metro Kropotkinskaja) um die Christus-Erlöser-Kathedrale zu einem Bummel. Im „Multimedia Art Museum“ (Ostoschenka 16) haben Besucher dann die Wahl zwischen zwei Fotoausstellungen. Die eine heißt „Das ist Paris. Modernismus in der Fotografie“ und zeigt Schwarzweiß-Fotos aus den 20er bis 50er Jahren aus der Sammlung von Christian Bouqueret.

Die zweite Ausstellung widmet sich dem deutschen Fotografen August Sander, einem der wichtigsten Fotografen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Abgerundet werden könnte der Stadtbummel mit einem Besuch in einer der zahlreichen guten Restaurants oder Cafés in der Gegend.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Spaziergang am Gartenring und der anschließende Besuch des „4. Winterfestivals der Orchideen“ im Apothekergarten. Neben den Orchideen sind auch Kakteen zu sehen. Der Apothekergarten ist der Botanische Garten der MGU in der Nähe der Station Prospekt Mira. Die Ausstellung sei nicht so groß wie Blumenausstellungen in Hamburg oder Italien, aber trotzdem sehenswert, heißt es in einer Empfehlung eines Besuchers.

Konzert: Klassik oder Musical?


Auch am Abend gibt es eine Reihe von Veranstaltungen: So sind Klassikfreunde sicher mit einem Vivaldi-Konzert im Großen Saal des Konservatoriums (Bolschaja Nikitskaja 13, nahre der Metros Ochotny Rjad oder Biblioteka imeni Lenina) zu erfreuen. Beginn der Veranstaltung ist 19 Uhr.

Zeitgleich beginnt im Olimpiski-Stadion (Olimpiski Prospekt 16, Prospekt Mira) das Musical „Notre Dame de Paris. Le Concert“. Die Veranstalter warten mit einem großen Sinfonieorchester und mehreren Solisten der französischen Originalversion auf. Musical-Fans müssen für das Vergnügen allerdings tief in die Taschen greifen. Die billigsten Plätze sind im Vorverkauf für 4.300 Rubel (umgerechnet knapp 110 Euro) zu haben.

Russische Bands lassen es rocken


Wer den Tag eher mit rockig ausklingen lassen will, hat die Wahl zwischen „Moralny Codex“ im Club B2 an der Majakowskaja (ab 21 Uhr) oder „Krematori“ im Klub „Schwain“ Lefortowski per. 12 an der Metrostation Baumanskaja (ab 22 Uhr).

Beide Gruppen zählen zu den Urgesteinen der russischen Rockmusik, sind aber auch heute noch sehr gefragte Auftrittsgäste mit einer großen Fangemeinde. Tauchen Sie mit einem Besuch tiefer ab in die Welt der Moskauer.