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| Moderne russische Kunst - ein Mittel gegen Herbstdepressionen. (Foto: Archiv) | |
Mittwoch, 24.11.2010
Mit Kunst gegen den Herbst angehen
Moskau. Die tristen Herbsttage lassen sich mit einem Museumsbesuch ganz wunderbar aufhellen. Das Moskauer Museum für zeitgenössische Kunst art4.ru ist ein echter Insidertipp und hebt die Stimmung garantiert.
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Der Galerist Igor Markin gehört zur Generation der pfiffigen und sehr geschickten Jungunternehmer, die zur Umbruchszeit noch blutjung waren. Er produziert Türen, Fenster und vieles andere aus Plaste, wurde sogar der Plastekönig von Moskau genannt.
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Igor Markin stammt aus bescheidenen Verhältnissen und genoss seinen ersten Reichtum in vollen Zügen: verschwenderisch, glücklich und stolz auf das Erreichte. Rolex, dicke Schlitten, teure Klamotten – genau so, wie wir die neuen Russen kennen und lieben.
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Was soll an die Wände? Kunst! Mit dem Erwerb der ersten Eigentumswohnung stellte sich die Frage: Was soll an die vielen leeren Wände? Kunst! Unbeleckt in diesen Fragen, ließ sich Markin anfangs beraten, nahm dann aber sehr schnell selbst Kontakt zu Künstlern auf und ließ sich von ihnen regelrecht ausbilden.
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Inzwischen ist er so bewandert, dass er bei der Auswahl von Werken für seine Galerie sehr treffsicher entscheidet und nicht auf die Hilfe von Kunstwissenschaftlern angewiesen ist.
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Ein Kaninchen als Führer Markin geht in seiner Galerie neue Wege, um das Publikum zur Rezeption moderner Kunst zu bewegen. Die Besucher können mit einem Skateboard an den Bildern entlang fahren, eine Zeit lang durfte man sogar beim Betrachten der Bilder Sonnenblumenkerne kauen und die Schalen ungeniert auf den Boden spucken.
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Dann wieder leistete ein weißes Kaninchen den Gästen Gesellschaft. Aber nur für kurze Zeit, denn der grüne Kunstrasen hatte es ihm gar zu sehr angetan. An kleinen Kaffeehaustischchen können die Besucher Mitgebrachtes verzehren.
Total interaktiv! Von Semjon Faibissowitsch mit seinen Arbeiten aus dem Endstadium der Sowjetzeit bis hin zu provokativen und subversiven Arbeiten Kuliks, Sokows, Sawadows, Kossolapows und den Tryptichen Purygins findet sich garantiert für jeden Geschmack etwas.
Markins Lieblingsbild ist „Die Stille“ oder „Das Schweigen“ von Oleg Wassilew; man kann es sogar in zwei Ausführungen betrachten.
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In der Galerie gibt es natürlich auch ein Gästebuch, aber ein ganz besonderes. Auf den Fliesen in der Toilette und im Vorraum verewigen sich die Besucher und hinterlassen ihre Botschaften. An einigen Stellen sind es schon mehrere Schichten an Mitteilungen. Total interaktiv, meint Igor Markin.
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Die Galerie/das Museum befindet sich in der Chlynowski-Gasse an der Bolschaja Nikitskaja-Straße und hat freitags von 11-22 Uhr geöffnet. An den anderen Tagen ist der Besuch nur mit Voranmeldung und persönlicher Absprache möglich.
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